… ich freue mich da ja seit Weihnachten drauf; wenn bei mir ab 06.Januar as soon as the Weihnachtsbaum flies on the Terrasse, die ersten Tulpen den Frühling im Haus verkünden, freue ich mich auf den Frühling.
Palmenstrands Liegestuhl steht und gemeinsam durften wir die erste Sonnensession erleben.
Die ersten Schneeglöckchen strecken schon jetzt ihre Köpfchen raus, die lassen mein Herzchen hüpfen und spätestens wenn die Krokusse auftauchen, stehen bei uns Tag und Nacht alle Türen auf und ich hole die FlipFlops aus dem Keller.
Gleichzeitig fürchte ich mich seit dem vergangenen Jahr vor dem ersten März – denn ab da sind es nur noch etwas mehr als 2 Wochen bis zum Todestag meines geliebten Papas – so viele Erinnerungen kommen hoch, an die vergangenen 2 Jahre ohne ihn, an meinen letzten Besuch, an die Dinge, die mir so an ihm fehlen, noch immer gibt es Momente, in denen mir Schmerz und Trauer regelrecht die Luft zum Atmen nehmen.Ausnahmezustand. Paradox, denn das gerade jetzt.
Mein Papa war nicht so der Papa zum Anfassen. Ob das an seiner eigenen Erziehung lag, dass er mit Kindern unbeholfen war, ob es daran lag, dass meine Mutter die Rollenaufteilung “Mutter ist für die Kinder, Vater für die Arbeit und die Kinder fürs funktionieren zuständig” völlig festgefahren abgespult hat, keine Ahnung. Auf jeden Fall weiß ich, dass ich mich immer dagegen gewehrt habe.
Ich habe meinen Papa immer mit Dingen überfallen, die absolut aus seinem Zuständigkeitsbereich heraus fielen – zu ihm hatte ich grenzenloses Vertrauen, also bin ich einfach zu ihm gegangen – und obwohl er damit meistens erstmal ziemlich überfordert war, hat er mich nie enttäuscht.
Wenn es um meine Mutter ging, hätte ich vermutlich nie ins Kino gehen dürfen. Meine ganzen Klassenkameraden durften damals E.T., die unendliche Geschichte, Ferris macht blau, Zurück in die Zukunft und und und anschauen. Mein einziger Film bis Dirty Dancing war “Susi und Strolch” – und für Dirty Dancing habe ich mich heimlich und unter tausend erstunkenen und erlogenen Vorwänden aus dem Haus gestohlen.
Musik habe ich am liebsten ohrenbetäubend laut gehört und dabei mitgesungen, dass es die ganze Strasse hören konnte – irgendwie verständlich hat meine Mutter diese Leidenschaft nicht geteilt – mein Vater hingegen schon, der zwar nicht mitgesungen hat, seine Musik aber meistens auch wändeübergreifend aufgedreht hat. Ganz oft haben wir CDs ausgetauscht, seine Musik, von Dire Straits, Simon & Garfunkel, Joan Baez, Bob Dylan, Cat Stevens, Barbra Streisand,…habe ich mit Begeisterung in mich aufgesogen, für (damals) “neuere” Musik konnte er sich stundenlang begeistern.
Seine und meine Liebe galt unter anderem der Musik von Whitney Houston und irgendwann landeten wir gemeinsam im Kino und schauten uns “The Bodyguard” an. Ich war so aufgeregt! Das kann sich keiner vorstellen, der meinen Papa nicht kannte. Das war kein Papa, wie es meine bessere Hälfte ist, der hat nicht mit uns Sandburgen gebaut und Geschichten vorgelesen – der ist arbeiten gegangen, hat die Puschen an die Füsse und das Bier in die Hand bekommen und Geld nach Hause gebracht (ob er das so wollte, sei dahin gestellt) – naja und mit diesem Papa zusammen, bin ich dann ins Kino gegangen. Wir haben Popcorn geteilt und den Film geschaut. Wenig später hatten wir beiden den Sountrack zu Hause und das ganze Haus hat gebebt.
Ich glaube, mein Papa wäre bestürzt gewesen, vom Tod Whitney Houstons zu hören, ihre Musik hat ihm viel bedeutet und das “I will alway love you” war das Lied von seiner Frau und ihm.
Ich bin auch bestürzt, weil es wieder ein Mensch aus meiner Kinder- und Jugendzeit ist, der wegstirbt, weil Whitneys Zerfall in den letzten Jahren tragisch war, weil ich mir ihr letztes Album gekauft habe und versucht habe, optimistisch zu bleiben und nicht enttäuscht zu sein, weil auf einmal wieder so viele Erinnerungen hochkommen und ich mir manchmal wünschte, man könnte die Zeit festhalten.
Dank der lieben Frau Landgeflüster bin ich ja dann auch noch zum Brotbacken gekommen. Die köstlichen Brotbackideen haben mich nicht mehr losgelassen und nach einigen mehr oder minder erfolgreichen, oder will ich sagen, geniessbaren Versuchen und der Tatsache, dass wir bei unserem Lieblingsbäcker nun jedes vorhandene Brot kennen und vor allem die Kinder mit gekauftem Vollkornbrot nicht glücklich zu machen sind, habe ich heute beschlossen ein Roggenbrot zu backen.
Ich habe vor, mit geringem Kornanteil zu starten, zu testen, ob es dann gegessen wird, und mich anschliessend langsam hochzuschrauben. Das wäre doch gelacht, wenn wir es nicht schaffen würden, den Mamasitos das Weißbrot auszutreiben und dabei noch Spaß zu haben!!
Der Teig klebt unglaublich und so ganz bin ich noch nicht sicher, ob das alles so mit rechten Dingen zugeht, aber wir werden ja sehen (und schmecken).
Anbei die Dokumentation, part one: (jetzt geht er erstmal, später mehr!)
Zugegeben, hübsch ist was anderes, und besonders lecker sieht es auch noch nicht aus – aber ich bin zuversichtlich, DAS WIRD!!
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