Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Reboot… 27. Januar 2014

Filed under: Autsch!! — palmenstrand @ 5:05 pm

Vorhin,

nachdem ich meine demente Schwiegermutter von der Tagespflege abgeholt habe, um bis heute abend auf sie aufzupassen – und nachdem sie während der Fahrt etwa zehn mal die Türe aufgerissen hat, um ihre E – Zigarette zu rauchen (obwohl ich ihr minütlich gesagt habe, dass ich nicht möchte, dass in meinem Auto geraucht wird und – ja, obwohl wir GEFAHREN sind), und nachdem sie mir viermal wegen  vermeintlicher Gefahr ins Steuer gegriffen hat, so dass wir vor Schreck tatsächlich beinahe in eine gefährliche Situation geraten wären, und nachdem sie mir (trotz minütlicher Aufforderung, dies nicht zu tun) mehrfach am Scheibenwischer rumgefingert hat – und nachdem sie mich aufgrund meiner Bitten, dies oder das nicht zu tun, immer wieder als „Arschloch“ bezeichnet hat,

 

habe ich mich gefragt, wie unser Verhältnis aussähe, wenn sie gesund und bei Sinnen wäre.  Ob wir ein nettes Schwiegertochter/-mutter Verhältnis hätten, ob sie zu schätzen wüsste, wie sehr ich ihren Sohn und unsere Kinder liebe?! Würde sie Anteil an unserem Leben nehmen, den Mamasitos eine liebevolle Oma sein?

Was in diesem Kopf wohl vor sich geht? Einige Jahre war offensichtlich, dass sie sich darüber im Klaren war, dass mit ihr was nicht stimmt, dass sie kaum noch etwas weiß, angefangen bei „wo sie gerade ist“ – mittlerweile glaube ich manchmal, sie hat diese Phase überwunden und lebt nur noch so in ihrer eigenen Welt vor sich hin.

Vor wenigen Tagen habe ich in einem interessanten Buch („Der alte König in seinem Exil“), 

gelesen, dass von dementen Menschen immer wieder zu Unrecht gesagt wird, dass sie sich in Kinder zurückverwandeln, aber dass diese Aussage faktisch falsch ist, insofern, als Kinder stetig lernen,  der/die Demente jedoch stetig von seinem Wissen verliert.

Am Wochenende hat mein Schwiegervater mir von der Zeit erzählt, als die beiden sich kennengelernt haben – irgendwann hat er seine Frau gefragt:“meine Liebe, weißt Du noch, welcher Tag unser Hochzeitstag war?!“ sie wusste es nicht und das gerade noch leuchtende Gesicht meines Schwiegervaters fiel für einen kurzen Moment in sich zusammen….

 

 

S schwappt immer mal wieder hoch 20. April 2013

Filed under: Song of the day — palmenstrand @ 5:17 pm

….

Tell them I was happy
And my heart is broken
All my scars are open

Tell them what I hoped would be
Impossible, impossible
Impossible, impossible

Falling out of love is hard
Falling for betrayal is worst
Broken trust and broken hearts
I know, I know

Thinking all you need is there
Building faith on love and words
Empty promises will wear
I know, I know

 

In memoriam 15. April 2013

Filed under: Autsch!! — palmenstrand @ 5:44 am

Als ich vor 10 Jahren das erste Mal schwanger war, stand ich in einem Arbeitsverhältnis, in dem ich maßgeblich zum Erfolg des  Unternehmens beigetragen habe. Mein damaliger Chef nahm sich eine Auszeit, die verbrachte er während der Bürozeiten in seinem Büro, bei Partnerbörsen nach neuen Mädels Ausschau haltend, beim ersten Kennenlernen derselben in nahegelegenen Cafés (ebenfalls während der Bürozeiten) oder im „Nahkampf“ bei verschlossener Bürotüre (na wann wohl).

Für mich war das ok, weil mir sein nicht vorhandener Arbeitseinsatz die Chance gab, komplett frei und selbständig zu agieren.

Als ich also schwanger wurde, war mir klar, er würde nicht begeistert sein – tatsächlich, als ich ihn nach 12 Wochen darüber in Kenntnis setzte, dass ich schwanger und bereit sei, bis zum Beginn meines Mutterschutzes voll zu arbeiten und mich weiter reinzuhängen, tobte er und stellte er mich vor die Wahl – entweder ich gebe das Kind auf (…), oder ich stimme einer Kündigung zu oder er sorge dafür, dass ich beruflich nie wieder einen Fuß auf den Boden bekäme.

Ich war dermaßen fassungslos und schockiert, dass ich unmittelbar Wehen bekam und das Büro verließ.

Mein Frauenarzt verordnete mir ein Beschäftigungsverbot, eine Psychologin der Beratungsstelle unterstützte dieses Beschäftigungsverbot mit einem Schreiben.

Mein Chef kündigte mir fristlos, weil er das Beschäftigungsverbot nicht anerkannte und behauptete, ich sei einfach zu faul, weiter arbeiten zu kommen – ich hätte Urlaub gewollt und würde mich jetzt so an ihm rächen, weil er mir den Urlaub nicht genehmigt hatte.

Ein nicht endenwollender Psychoterror folgte – ständig stellte er andere Behauptungen auf, zahlte mein Gehalt natürlich nicht mehr und ich war die gesamte Schwangerschaft unter Streß und mitunter völlig verzweifelt.

10 Tage vor der Entbindung fand der erlösende Gerichtstermin statt – er musste mir jeden Cent der vorangegangenen Monate zahlen, weil ich natürlich de facto während der Schwangerschaft nicht kündbar gewesen war und das Einstellen der Zahlungen an mich somit nicht rechtsgültig.

 

Gerade während des Frühstücks sagte mein Mann mir, ob ich eigentlich wusste, dass mein damaliger Chef gestorben sei?

Wer, fragte ich – na DER! Letztes Jahr schon.

Und wisst Ihr was? Ich bin gerade richtig schockiert und musste weinen!

Vor meiner Schwangerschaft war er echt ein netter, lustiger Typ.

 

Zur Untermiete 28. März 2013

Filed under: Autsch!!,Little Mamasitos — palmenstrand @ 2:07 pm

Fast drei Tage weilte nun des Sohnes bester Freund bei uns.

Des Sohnes bester Freund hat einen Mob Lockenhaarpracht auf dem Kopf, die sich manche Frau wünschen würde.

Dickes, dichtes Lockenhaar in dem sich bedauerlicher Weise immer mal wieder Untermieter  einnisten.

Drei Tage lang hat das Kind sich am Kopf gekratzt, ich habe wieder und wieder in die Haare geschaut, so gut es eben ging, nichts gesehen.

Jetzt ist das Kind weg und MICH KRATZT DER KOPF!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

Impossible 27. März 2013

Filed under: Autsch!!,Song of the day — palmenstrand @ 11:53 am

Als ich mit unserem ersten Kind schwanger war, wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich Entscheidungen nicht mehr alleine würde treffen können. Als Kind eines erzkonservativen Hauses wäre ich auf viele Ideen nicht gekommen, die für meinen Mann völlig selbverständlich waren. Was ihm zum Beispiel völlig klar war, war daß wir uns erst darüber informieren sollten, ob oder ob wir unser Kind nicht impfen lassen sollten.

Diese Frage hatte ich mir noch nie gestellt. Dort, wo ich herkomme, impft man, ißt was auf den Tisch kommt und zwar den Teller leer, geht in den Kindergarten, lernt dort Benimm, denkt nicht nach, fragt nicht und benutzt den Kopf in der Regel nur, um damit optisch einen guten Eindruck zu machen, widerspricht nie, niemals einer Obrigkeit (Lehrer, Erzieher, Pfarrer, Ärzte, Anwälte und ganz wichtig für Kinder: generell keinem Erwachsenen) – ohnehin sieht der liebe Gott alles, also Achtung!

Nachdem die Impffrage  zwischen uns allein nicht geklärt werden konnte, bin ich im Internet auf die Suche gegangen und dann über Umwege auf einer wunderbaren Eltern – Website mit Forum gelandet, die Elternsein so proklamiert hat, wie es mir völlig logisch erschien, was ich aber aufgrund meiner eigenen Erziehung nie kennen gelernt habe.

Respektvoller Umgang, bedürfnisorientierte Erziehung, tragen statt schieben, lange Stillen und letztlich auch andere Formen der Pädagogik – Themen, die eine Saite in mir zum Klingen gebracht haben, die schon lange angerührt werden wollte, aber bisher keine Bezugspunkte hatte.

Der Weg in diese Richtung war und ist nicht so leicht – meine Familie hat mich schon für völlig verrückt gehalten, als ich mit 18 beschlossen habe, kein Fleisch mehr zu essen.

Jetzt wurde ich massiv angefeindet, als wir beschlossen hatten, das erste Lebensjahr garnicht und dann nur partiell zu impfen. Als ich nach 5 Monaten nicht begonnen hatte, Karottenbrei zuzufüttern, standen ihnen die Haare zu Berge, ganz zu schweigen, als ich nach 1 Jahr immernoch stillte.

Selbstredend wurde ich immer wieder damit konfrontiert, dass ein Mann auch seine Bedürfnisse hätte und das Kind doch endlich aus unserem Bett raussollte, damit ich meinem Mann wieder zu Diensten sein könne. (…)
Als wir in einem Montessorikindergarten landeten, noch dazu in einer Elterninitiative, war die Verwandtschaft völlig verzweifelt, weil sie dachten, in einer Elterninitiative gäbe es nur Eltern und keine Erzieher.   (und wo kommen wir da hin, was sollen die Kinder da lernen und die Sitten, oh Gott, der Verfall der Sitten)

Vermutlich muss ich nicht erwähnen, dass die Schuld dieses ganzen Desasters meinem armen Mann in die Schuhe geschoben wurde – immerhin muss ich ja durch ihn auf diese völlig irrwitzigen Ideen gekommen sein.

Tatsächlich, auch wenn ich noch immer aufgrund meiner fehlenden „Alternativ – Wurzeln“ zögere, mich die permanenten „oh weh und ach und wie kannst Du nur“ – Ausrufe erschüttern, und ich mitunter fürchterlich unsicher werde, habe ich diese Idee, „so sollte es sein“ immer tiefer verinnerlicht:

Es soll meinen Kindern gut gehen – nicht im vorwiegend materiellen Sinn, wie bei mir damals, sondern im Ganzen.

Ihren kritischen Gedanken soll nicht Halt geboten werden, weil sie mit einem Erwachsenen sprechen, sie sollen denken und sagen dürfen, sich geliebt fühlen, dafür wer sie sind, sollen wissen, dass wir immer da sind, dass wir sie nicht in Frage stellen, dass wir ihnen die Hand reichen, damit sie ihren Weg eigenständig gehen können – ganz egal in welche Richtung er sie führt und ob er populär sein wird.

Um das konsequent zu ermöglichen, war es uns wichtig ein alternatives Schulsystem auszusuchen, die Regelschule kam für uns nicht in Frage. Wir wollen nicht, dass die Leistung und das Wissen unserer Kinder mit abstrakten Zahlen bewertet wird. Wollen nicht, dass die Kinder von klein an – (und sie sind ja mit Schuleintritt noch so klein!!!) zu Teilen der Leistungsgesellschaft herangezogen werden, kiloschwere Schulranzen schleppen, anstatt zu spielen von der ersten Klasse an auf Proben büffeln und ihre Nachmittage mit Hausaufgaben verbringen, statt im Bach nach Kaulquappen zu fahnden – um sich dann am Ende des Schuljahres zum Kotzen zu fühlen, weil da eine schlechte Note jede Freude am Lernen verdirbt und der Druck stetig steigt.

Nachdem es im Kindergarten bereits Montessori war, gingen wir auf die Suche nach passenden Schulen dazu und wurden Gott sei Dank fündig – der Schulplatz, der uns eine Woche nach dem Tod meines Papas angeboten wurde, schien wie ein Geschenk des Himmels.

In den ersten Monaten bin ich jeden Tag weinend aus dem Schulhaus gekommen, weil ich SO dankbar war, dass mein Kind an einer so wunderbaren Schule lernen darf. Wir haben uns engagiert so viel wir konnten, weil wir mit Haut und Haaren hinter dem Konzept, der Pädagogik, den Lehrern und allem standen, was die Schule ausmacht.

Nach so langer Zeit des Strauchelns, des Nichtwissens, wo ich hingehöre, welches mein Weg ist auch wenn er das komplette Gegenteil all dessen ist, was ich zu Hause vorgelebt bekommen habe, ich hatte das Gefühl, endlich angekommen zu sein – für mein Kind, für uns als Familie aber auch für mich ganz persönlich – nur sehr kurz nach der Einschulung fing ich an, in der Schule meines Kindes zu arbeiten. Nicht sehr ertragreich, aber der schönste, vielseitigste, dankbarste Job den ich mir je vorstellen konnte. Kreis zu.

Einige Jahre ist alles supertoll gelaufen, in diesem Herbst sollte nun auch das Minikind eingeschult werden – alle für eine, eine für alle – als Geschwisterkind und Kind einer Mitarbeiterin der Schule eigentlich ein „gegessener Kas“ – tja.

Das Minikind ist zu wenig angepasst, es hinterfragt zu viel und nimmt nicht einfach an, dadurch ist es destruktiv zu sich selbst. Darüber hinaus stellt es sich durch das Hinterfragen (=Anzweifeln der Entscheidung der Lehrer) auf eine Stufe mit dem Erwachsenen und somit auch über die anderen Kinder. Es ist zu selbstbewusst, auf eine bisher nie dagewesene Art, auf eine für dieses Alter untypische, nicht normale Art.

Man sei sehr wohlwollend gewesen, aber selbst mit dem halben Jahr, das noch bis zum Schulanfang bleibt, glauben sie nicht daran, dass dieses Kind adäquat beschulbar sei.

Keinen Schulvertrag für dieses Kind!

Wir alle leben diese Schule mit allem was wir haben, tief aus unserem Herzen heraus nehmen wir teil, gestalten wir mit….

… unser zweites Kind (ein im übrigen willensstarkes aber absolut unauffälliges, fröhliches, entspanntes, gesundes Kind) darf nicht hin. Und jetzt?

Jetzt bin ich erschüttert bis ins Mark, stelle die Pädagogen der Schule in Zweifel, die Schule und alles, was mit ihr zu tun hat. Wie kann man eine solche Entscheidung treffen, wenn doch klar sein MUSS, dass wir als Familie nicht dort bleiben können, wenn unser Kleinstes den Zutritt verwehrt bekommt? Wie können wir weiter aktiv an die Schule glauben, mitarbeiten und -gestalten wenn wir wissen, das Minikind steht am Rand und ist sich darüber bewusst, dass wir alle dazugehören – nur eben das Minikind nicht?

Nur, wo sollen wir denn jetzt hin, alle miteinander? Die Bewerbungsformalitäten sind an allen freien Schulen abgeschlossen, die Zusagen erteilt – bleibt die Regelschule – für mich die Pest und an unserer Sprengelschule noch Cholera dazu.

Oh und diese Genugtuung in der  homebase:“ Ha Gott sei dank, dann geht wenigschtens einer auf a richtige Schul‘ !“

Ich könnte um mich schlagen..

 

3 – 1 Woche 8. März 2013

Filed under: Allgemein — palmenstrand @ 5:13 pm

Irgendjemand hat zu mir gesagt: es tut nicht weniger weh und es wird auch nicht leichter – man lernt nur, damit umzugehen…

 

 

Wetten dass..? – oder: wie fassungslos man Zuschauer vor dem Fernseher lassen kann, die dachten, sie hätten schon alles gesehen! 23. Februar 2013

Filed under: Autsch!!,Hey there — palmenstrand @ 10:43 pm
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Ich bin ein Fan von Samstagabendunterhaltungsshows und selten wurde ich so unterhalten wie heute abend. Ich war heute der Ami auf der Couch und habe mir das Ganze mit einer anderen Brille angesehen, als sonst.

Angefangen mit Joey Heindle, (für den ich mir innigst wünschte, er würde gut beraten und somit aus der Öffentlichkeit verschwinden) und Olivia Jones, die es nicht erträgt, keine Dschungelkrone zu tragen und die in ihrer Sichzurschaustellung immer unerträglicher wird.

Simone Thomalla, die für mich immer mit Schalke verbunden bleiben wird, mit festgetackerten Wangen (nem Ami wäre DAS vermutlich eher nicht aufgefallen, die sehen da ja alle so aus) – sehr skurril.

Cindy aus Marzahn, wie immer ein Brüller – für jemanden, der der deutschen Sprache mächtig ist – Justin Timberlands Gesicht zwischendurch sprach Bände!

Zu guter Letzt Heino – ohne Scheiß, bin ich die Einzige, die die Wiederauferstehung vom Glubschauge nicht kultverdächtig findet?

Die Wetten dass..? – Sendung heute war unter dem Gesichtspunkt „Slapstick“ ganz enorm gelungen – ernst zu nehmen nicht!

 

 
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