Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Friends 24. Januar 2017

Filed under: Allgemein — palmenstrand @ 7:56 pm

Du hast mein Leben so sehr bereichert.

Du buntes, schillernden Wesen hast mich langweiliges Häufchen einfach mitgenommen. Du hast mir gezeigt, wie es sein kann, Leben auszuprobieren, voll auszukosten,  was ich mich nie getraut hätte.

Du hast gegenüber jedem ausgesprochen, was sich sonst niemand sagen getraut hätte, aber DU durftest das, mit Deiner unglaublichen Schönheit und dem unbeugsamen Blick, vor dem selbst Erwachsene die Augen niederschlugen. 

Du hast mich angestupst und mir die Hand gereicht, mich provoziert und mit Deinem Kichern versöhnt.

Du hast mich gehalten, ohne das aktiv zu wollen, allein Dein Rat und Deine Meinung haben mich bestärkt.

Ich sehe Dich vor mir, diese letzten Tage, Deine Hand haltend haben wir Dir gesagt, wie sehr wir Dich lieben und wie viel Du uns gegeben hast.

Du hast uns alle immer wieder angeschaut und genickt, die Hand gedrückt und uns wissen lassen, dass Du uns verstehst.

Wir haben Dir gesagt, wir geben Dich frei, damit Du endlich nicht mehr kämpfst.

Wir haben gesagt, wir nehmen Dich mit, wohin immer wir gehen. 

Du fehlst schon jetzt so sehr, wie ich es mir nie hätte vorstellen können. 

„Ich trag Dich bei mir, bis der Vorhang fällt“

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Emily (Bronte) 16. Januar 2017

Filed under: Allgemein — palmenstrand @ 8:58 am

Soulsister

 

30

Filed under: Allgemein — palmenstrand @ 8:53 am

Und da haben alle so gehofft, das Jahr 2016 möge endlich zu Ende gehen – als ob klar sei, dass mit 2017 nur noch Gutes passieren und niemand mehr sterben würde.

Tja, Pustekuchen.

Meine Freundin war alles, was ich in meiner Jugend immer sein wollte.

Wenn ich an sie denke, dann habe ich, über drei Jahrzehnte verteilt, so viele Bilder vor Augen;

Meine Freundin, schon mit 12 eine Stilikone mit dem Nenaköfferchen, meine Freundin, mit kurzen, langen, blonden, schwarzen, roten, blauen, lockigen, glatten Haaren.

Meine Freundin mit der coolen blauen Vespa, auf der sie durch die Gegend brauste, als ob sie darauf geboren wurde. Meine Freundin mit ihrem schicken Cabrio, um das sie alle beneideten, meine Freundin mit ihrem untrüglichen Sinn für Style, der sie mit allen Modeideen, die sie hatte, verschmelzen ließ, so dass selbst die verrücktesten Looks wie das Selbstverständlichste der Welt wirkten.

Wer bei äusserlichen Eindrücken stehen blieb, und sich davon blenden oder sogar abschrecken ließ, der bekam nie die Chance, meine Freundin richtig kennen zu lernen.

Denn sie war so viel mehr.

Meine Freundin hatte einen wachen Verstand, einen kritischen Geist und einen phantastischen Humor. Meine Freundin war charmant, diskutierfreudig und sehr hartnäckig. Eine Killerkombination, wenn sie etwas haben wollte. Wer vor hatte, dem zu widerstehen, musste hart wie Granit sein – alle anderen wurden mit dem typischen MeineFreundinlächeln an die Wand geredet.

Meine Freundin war liebevoll und bereit, ihr letztes Hemd zu geben, wenn sie jemandem von Herzen zugetan war.

Meine Freundin war eine zauberhafte, zugewandte Mama, die ihre Tochter vergöttert hat und nicht müde wurde, von ihr zu erzählen.

Die Geradlinigkeit meiner Freundin konnte einen mitunter auf dem falschen Fuß erwischen, aber wenn man für eine ehrliche Meinung offen war, war sie immer die perfekte Ratgeberin.

Meine Freundin war neugierig, begeisterungsfähig, mutig, offen und hungrig auf die Welt.

Sie hat immer versucht, sich nicht von Ängsten, Sorgen oder Bedenken hindern zu lassen, ihrem Weg zu folgen und ihr Ding zu machen. Und wenn es überhaupt einen Trost dafür gibt, dass sie so jung gehen musste, dann, dass sie mehr gelebt hat, als manch ein Mensch, der doppelt so alt wurde.

Der Vater meiner Freundin hat uns Mädels in den vergangenen Tagen oft die „4 Musketiere“ genannt – und so habe ich uns auch gerne gesehen. 4 unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichsten Lebensentwürfen – und doch eine eingeschworene Gemeinschaft, die gemeinsam bedingungslos durch dick und dünn geht. Der Wert dieser Freundschaft, die von Kameradschaft, gegenseitigem Respekt und Liebe getragen wird, egal, wie oft wir uns gesehen oder gesprochen haben, ist unbeschreiblich.

Meine Freundin wird immer Teil unserer Gemeinschaft bleiben, das haben wir ihr in den letzten Tagen auch immer wieder gesagt.

Diese letzten Tage waren, obwohl schier unerträglich, ein Geschenk. Ich bin von Herzen dankbar, dass wir auch dieses Stück des Weges gemeinsam gegangen sind und uns gegenseitig gehalten und getragen haben. Nicht nur wir sie, sondern auch meine Freundin uns – mit ihrem unerschütterlichen Kampfgeist und ihrer Würde, die durch nichts zu brechen war.

Ich kann nicht ausdrücken, wie sehr ich meine Freundin in meinem Leben vermissen werde, aber wenn wir jetzt weitergehen, dann nehmen wir sie mit.

Wenn wir unsere jährlichen Wochenenden abhalten, werden wir den Tisch für sie decken lassen. Wir werden gemeinsam lachen und weinen, von unseren Erinnerungen sprechen, und sie so immer bei uns haben.

Bis wir uns eines Tages wiedersehen.

 

 

S schwappt immer mal wieder hoch 20. April 2013

Filed under: Song of the day — palmenstrand @ 5:17 pm

….

Tell them I was happy
And my heart is broken
All my scars are open

Tell them what I hoped would be
Impossible, impossible
Impossible, impossible

Falling out of love is hard
Falling for betrayal is worst
Broken trust and broken hearts
I know, I know

Thinking all you need is there
Building faith on love and words
Empty promises will wear
I know, I know

 

In memoriam 15. April 2013

Filed under: Autsch!! — palmenstrand @ 5:44 am

Als ich vor 10 Jahren das erste Mal schwanger war, stand ich in einem Arbeitsverhältnis, in dem ich maßgeblich zum Erfolg des  Unternehmens beigetragen habe. Mein damaliger Chef nahm sich eine Auszeit, die verbrachte er während der Bürozeiten in seinem Büro, bei Partnerbörsen nach neuen Mädels Ausschau haltend, beim ersten Kennenlernen derselben in nahegelegenen Cafés (ebenfalls während der Bürozeiten) oder im „Nahkampf“ bei verschlossener Bürotüre (na wann wohl).

Für mich war das ok, weil mir sein nicht vorhandener Arbeitseinsatz die Chance gab, komplett frei und selbständig zu agieren.

Als ich also schwanger wurde, war mir klar, er würde nicht begeistert sein – tatsächlich, als ich ihn nach 12 Wochen darüber in Kenntnis setzte, dass ich schwanger und bereit sei, bis zum Beginn meines Mutterschutzes voll zu arbeiten und mich weiter reinzuhängen, tobte er und stellte er mich vor die Wahl – entweder ich gebe das Kind auf (…), oder ich stimme einer Kündigung zu oder er sorge dafür, dass ich beruflich nie wieder einen Fuß auf den Boden bekäme.

Ich war dermaßen fassungslos und schockiert, dass ich unmittelbar Wehen bekam und das Büro verließ.

Mein Frauenarzt verordnete mir ein Beschäftigungsverbot, eine Psychologin der Beratungsstelle unterstützte dieses Beschäftigungsverbot mit einem Schreiben.

Mein Chef kündigte mir fristlos, weil er das Beschäftigungsverbot nicht anerkannte und behauptete, ich sei einfach zu faul, weiter arbeiten zu kommen – ich hätte Urlaub gewollt und würde mich jetzt so an ihm rächen, weil er mir den Urlaub nicht genehmigt hatte.

Ein nicht endenwollender Psychoterror folgte – ständig stellte er andere Behauptungen auf, zahlte mein Gehalt natürlich nicht mehr und ich war die gesamte Schwangerschaft unter Streß und mitunter völlig verzweifelt.

10 Tage vor der Entbindung fand der erlösende Gerichtstermin statt – er musste mir jeden Cent der vorangegangenen Monate zahlen, weil ich natürlich de facto während der Schwangerschaft nicht kündbar gewesen war und das Einstellen der Zahlungen an mich somit nicht rechtsgültig.

 

Gerade während des Frühstücks sagte mein Mann mir, ob ich eigentlich wusste, dass mein damaliger Chef gestorben sei?

Wer, fragte ich – na DER! Letztes Jahr schon.

Und wisst Ihr was? Ich bin gerade richtig schockiert und musste weinen!

Vor meiner Schwangerschaft war er echt ein netter, lustiger Typ.

 

Zur Untermiete 28. März 2013

Filed under: Autsch!!,Little Mamasitos — palmenstrand @ 2:07 pm

Fast drei Tage weilte nun des Sohnes bester Freund bei uns.

Des Sohnes bester Freund hat einen Mob Lockenhaarpracht auf dem Kopf, die sich manche Frau wünschen würde.

Dickes, dichtes Lockenhaar in dem sich bedauerlicher Weise immer mal wieder Untermieter  einnisten.

Drei Tage lang hat das Kind sich am Kopf gekratzt, ich habe wieder und wieder in die Haare geschaut, so gut es eben ging, nichts gesehen.

Jetzt ist das Kind weg und MICH KRATZT DER KOPF!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

Impossible 27. März 2013

Filed under: Autsch!!,Song of the day — palmenstrand @ 11:53 am

Als ich mit unserem ersten Kind schwanger war, wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich Entscheidungen nicht mehr alleine würde treffen können. Als Kind eines erzkonservativen Hauses wäre ich auf viele Ideen nicht gekommen, die für meinen Mann völlig selbverständlich waren. Was ihm zum Beispiel völlig klar war, war daß wir uns erst darüber informieren sollten, ob oder ob wir unser Kind nicht impfen lassen sollten.

Diese Frage hatte ich mir noch nie gestellt. Dort, wo ich herkomme, impft man, ißt was auf den Tisch kommt und zwar den Teller leer, geht in den Kindergarten, lernt dort Benimm, denkt nicht nach, fragt nicht und benutzt den Kopf in der Regel nur, um damit optisch einen guten Eindruck zu machen, widerspricht nie, niemals einer Obrigkeit (Lehrer, Erzieher, Pfarrer, Ärzte, Anwälte und ganz wichtig für Kinder: generell keinem Erwachsenen) – ohnehin sieht der liebe Gott alles, also Achtung!

Nachdem die Impffrage  zwischen uns allein nicht geklärt werden konnte, bin ich im Internet auf die Suche gegangen und dann über Umwege auf einer wunderbaren Eltern – Website mit Forum gelandet, die Elternsein so proklamiert hat, wie es mir völlig logisch erschien, was ich aber aufgrund meiner eigenen Erziehung nie kennen gelernt habe.

Respektvoller Umgang, bedürfnisorientierte Erziehung, tragen statt schieben, lange Stillen und letztlich auch andere Formen der Pädagogik – Themen, die eine Saite in mir zum Klingen gebracht haben, die schon lange angerührt werden wollte, aber bisher keine Bezugspunkte hatte.

Der Weg in diese Richtung war und ist nicht so leicht – meine Familie hat mich schon für völlig verrückt gehalten, als ich mit 18 beschlossen habe, kein Fleisch mehr zu essen.

Jetzt wurde ich massiv angefeindet, als wir beschlossen hatten, das erste Lebensjahr garnicht und dann nur partiell zu impfen. Als ich nach 5 Monaten nicht begonnen hatte, Karottenbrei zuzufüttern, standen ihnen die Haare zu Berge, ganz zu schweigen, als ich nach 1 Jahr immernoch stillte.

Selbstredend wurde ich immer wieder damit konfrontiert, dass ein Mann auch seine Bedürfnisse hätte und das Kind doch endlich aus unserem Bett raussollte, damit ich meinem Mann wieder zu Diensten sein könne. (…)
Als wir in einem Montessorikindergarten landeten, noch dazu in einer Elterninitiative, war die Verwandtschaft völlig verzweifelt, weil sie dachten, in einer Elterninitiative gäbe es nur Eltern und keine Erzieher.   (und wo kommen wir da hin, was sollen die Kinder da lernen und die Sitten, oh Gott, der Verfall der Sitten)

Vermutlich muss ich nicht erwähnen, dass die Schuld dieses ganzen Desasters meinem armen Mann in die Schuhe geschoben wurde – immerhin muss ich ja durch ihn auf diese völlig irrwitzigen Ideen gekommen sein.

Tatsächlich, auch wenn ich noch immer aufgrund meiner fehlenden „Alternativ – Wurzeln“ zögere, mich die permanenten „oh weh und ach und wie kannst Du nur“ – Ausrufe erschüttern, und ich mitunter fürchterlich unsicher werde, habe ich diese Idee, „so sollte es sein“ immer tiefer verinnerlicht:

Es soll meinen Kindern gut gehen – nicht im vorwiegend materiellen Sinn, wie bei mir damals, sondern im Ganzen.

Ihren kritischen Gedanken soll nicht Halt geboten werden, weil sie mit einem Erwachsenen sprechen, sie sollen denken und sagen dürfen, sich geliebt fühlen, dafür wer sie sind, sollen wissen, dass wir immer da sind, dass wir sie nicht in Frage stellen, dass wir ihnen die Hand reichen, damit sie ihren Weg eigenständig gehen können – ganz egal in welche Richtung er sie führt und ob er populär sein wird.

Um das konsequent zu ermöglichen, war es uns wichtig ein alternatives Schulsystem auszusuchen, die Regelschule kam für uns nicht in Frage. Wir wollen nicht, dass die Leistung und das Wissen unserer Kinder mit abstrakten Zahlen bewertet wird. Wollen nicht, dass die Kinder von klein an – (und sie sind ja mit Schuleintritt noch so klein!!!) zu Teilen der Leistungsgesellschaft herangezogen werden, kiloschwere Schulranzen schleppen, anstatt zu spielen von der ersten Klasse an auf Proben büffeln und ihre Nachmittage mit Hausaufgaben verbringen, statt im Bach nach Kaulquappen zu fahnden – um sich dann am Ende des Schuljahres zum Kotzen zu fühlen, weil da eine schlechte Note jede Freude am Lernen verdirbt und der Druck stetig steigt.

Nachdem es im Kindergarten bereits Montessori war, gingen wir auf die Suche nach passenden Schulen dazu und wurden Gott sei Dank fündig – der Schulplatz, der uns eine Woche nach dem Tod meines Papas angeboten wurde, schien wie ein Geschenk des Himmels.

In den ersten Monaten bin ich jeden Tag weinend aus dem Schulhaus gekommen, weil ich SO dankbar war, dass mein Kind an einer so wunderbaren Schule lernen darf. Wir haben uns engagiert so viel wir konnten, weil wir mit Haut und Haaren hinter dem Konzept, der Pädagogik, den Lehrern und allem standen, was die Schule ausmacht.

Nach so langer Zeit des Strauchelns, des Nichtwissens, wo ich hingehöre, welches mein Weg ist auch wenn er das komplette Gegenteil all dessen ist, was ich zu Hause vorgelebt bekommen habe, ich hatte das Gefühl, endlich angekommen zu sein – für mein Kind, für uns als Familie aber auch für mich ganz persönlich – nur sehr kurz nach der Einschulung fing ich an, in der Schule meines Kindes zu arbeiten. Nicht sehr ertragreich, aber der schönste, vielseitigste, dankbarste Job den ich mir je vorstellen konnte. Kreis zu.

Einige Jahre ist alles supertoll gelaufen, in diesem Herbst sollte nun auch das Minikind eingeschult werden – alle für eine, eine für alle – als Geschwisterkind und Kind einer Mitarbeiterin der Schule eigentlich ein „gegessener Kas“ – tja.

Das Minikind ist zu wenig angepasst, es hinterfragt zu viel und nimmt nicht einfach an, dadurch ist es destruktiv zu sich selbst. Darüber hinaus stellt es sich durch das Hinterfragen (=Anzweifeln der Entscheidung der Lehrer) auf eine Stufe mit dem Erwachsenen und somit auch über die anderen Kinder. Es ist zu selbstbewusst, auf eine bisher nie dagewesene Art, auf eine für dieses Alter untypische, nicht normale Art.

Man sei sehr wohlwollend gewesen, aber selbst mit dem halben Jahr, das noch bis zum Schulanfang bleibt, glauben sie nicht daran, dass dieses Kind adäquat beschulbar sei.

Keinen Schulvertrag für dieses Kind!

Wir alle leben diese Schule mit allem was wir haben, tief aus unserem Herzen heraus nehmen wir teil, gestalten wir mit….

… unser zweites Kind (ein im übrigen willensstarkes aber absolut unauffälliges, fröhliches, entspanntes, gesundes Kind) darf nicht hin. Und jetzt?

Jetzt bin ich erschüttert bis ins Mark, stelle die Pädagogen der Schule in Zweifel, die Schule und alles, was mit ihr zu tun hat. Wie kann man eine solche Entscheidung treffen, wenn doch klar sein MUSS, dass wir als Familie nicht dort bleiben können, wenn unser Kleinstes den Zutritt verwehrt bekommt? Wie können wir weiter aktiv an die Schule glauben, mitarbeiten und -gestalten wenn wir wissen, das Minikind steht am Rand und ist sich darüber bewusst, dass wir alle dazugehören – nur eben das Minikind nicht?

Nur, wo sollen wir denn jetzt hin, alle miteinander? Die Bewerbungsformalitäten sind an allen freien Schulen abgeschlossen, die Zusagen erteilt – bleibt die Regelschule – für mich die Pest und an unserer Sprengelschule noch Cholera dazu.

Oh und diese Genugtuung in der  homebase:“ Ha Gott sei dank, dann geht wenigschtens einer auf a richtige Schul‘ !“

Ich könnte um mich schlagen..