Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Bischöfin Käßmann mit erhöhtem Alkohol-Blutspiegel angehalten 23. Februar 2010

Filed under: Oups! — palmenstrand @ 7:12 am
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Ohweia!

Als ich die Schlagzeile heute morgen erblickt habe, war ich erst einmal sprachlos und habe es für eine Ente gehalten. Und dann bin ich irgendwie sauer geworden. Was soll denn das? Die evangelische Kirche ist mit einer Frau an der Spitze ungemein emanzipiert und hat sich dafür auch schon einiges anhören müssen.

Allen Unkenrufen zum Trotz hat die Frau Bischöfin ihre Position bisher jedoch durch überaus kritisches, engagiertes und volksnahes Gebaren absolut behauptet – und jetzt das!

Den Anhängern der katholischen Kirche, die sich aufgrund des aktuellen Mißbrauchsskandals am liebsten ein Loch in den Erdboden wünschten, oder meinen mit einem „Entschuldigung, ach es tut uns so leid“ sei alles wieder gerade gerückt – kommt das jetzt natürlich gerade Recht.

Durch Frau Käßmanns faut – pas könnte sie nun zur absoluten persona non grata der Kirche insgesamt erklärt werden – immerhin hat sie ihre Verfehlung öffentlich begangen, und das geht ja wohl überhaupt nicht. (schliesslich begehen Anhänger der katholischen Kirche ihre Verfehlungen im Stillen) (ui, war das böse)

Wir werden sehen, wie es weitergeht…!

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8 Responses to “Bischöfin Käßmann mit erhöhtem Alkohol-Blutspiegel angehalten”

  1. sayadin Says:

    Ich denke nicht, das die Katholen einen Vorteil aus der Geschichte ziehen können.
    Aber abgesehen davon, eine Frau als Bischöfin, wunderbar. Das sie geschieden ist, ist ein richtiges Signal.
    Aber die Frau selbst ist grauenhaft. Wenn Frau Merkel den Posten hätte, dann würde ich ihr die Bischöfin abnehmen, aber die Käßmann? Die redet nur Käse.
    Das jetzt Kübelweise Spott über sie vergossen wird hat damit zu tun, das sie die Menschen mit ihrem moralischen Gebabbel genervt hat. Sie hat es nicht anders verdient.

    Aber ich bin am überlegen ob ich ihr nicht einen kleinen Feigling schicke, so als Trost.

  2. Annabell M. Says:

    Wer hohe moralische Maßstäbe an die Gesellschaft anlegt, sollte sie auch persönlich zu erfüllen pflegen. Vor diesem Hintergrund disqualifiziert sich Frau Käßmann gänzlich für ihre Aufgabe im EKD. Im Grunde reißt die nächtliche Alkoholfahrt ihren Worten die Maske vom Gesicht: Ihre Predigten sind nicht mehr als eine Fasade, ein Fanal des Anstandes, eine Pflichterfüllung, blutleer, hochtrabend, schwach.

    Es ist nicht die „Sünde“, die sie disqualifiziert – das Fleisch ist bekanntlich schwach und Jesus ist ja auch für sie gestorben. Es ist die Tatsache, dass sie scheinbar keine Probleme damit hat, mit voller Rübe ins Auto zu steigen und andere Menschen zu gefährden. Welchen Wert haben noch ihre Worte, wenn sie es mit Gesetzen – ob nun göttlicher oder weltlicher Natur – selber nicht ganz so ernst nimmt?

    • palmenstrand Says:

      Ich sehe das tatsächlich nicht so eng. Natürlich bekleidet sie als Bischöfin ein ehrenvolles Amt, vielleicht eben insbesondere, als es ein kirchliches ist. Nichts desto Trotz ist Frau Käßmann ein Mensch, Menschen machen Fehler!! Die Konsequenz, die sie daraus zu ziehen hat, ist meiner Ansicht nach eine rein rechtliche.
      Was ihre Predigten angeht: würde sie nun darüber sprechen, wie gefährlich der Alkoholismus für die Menschheit ist – dann hätten Sie sicherlich Recht, das WÜRDE Ihren Worten die Maske vom Gesicht reissen – da es in dem, was sie sagt jedoch um wesentlich essentiellere Dinge geht, bin ich dafür, hier die Kirche im Dorf zu lassen!

  3. sayadin Says:

    Ja, eigentlich sehe ich das auch nicht so verbissen, aber gerade bei ihr habe ich das Gefühl, das ich sie ärgern möchte. Ich kann nichts dagegen tun, vielleicht bin ich zu stark von meinen Propheten Al Bundy und Homer Simpson beeinflusst.

  4. sayadin Says:

    Ich finde ihn respektabel. Sie hat damit allen Krittikern den Wind aus den Segeln genommen. Diese Konsequenz und Grösse vermisse ich bein den Katholischen Entscheidungsträgern.

  5. Daxie Says:

    Ich war und bin ein großer Fan von Frau Kaeßmann und mit tut es sehr Leid, dass sie zurueckgetreten ist.
    Sie ist ein Mensch, wie alle anderen Menschen auch und ich kann nicht entdecken, dass sie jemals etwas anderes behauptet haette und sie hat sich immer wieder getraut, Dinge beim Namen zu nennen, die eifrig unter den Teppich gekehrt wurden.
    Menschen machen nun mal Fehler und mir fiel dazu nur ganz spotan ein: Wer ohne Suende ist, der werfe den ersten Stein!
    Alle, die sich nun aufschwingen zu urteilen, die sollten mal,ganz unabhaenging von ihrer Stellung in dieser Gesellschaft pruefen, wie oft sie selbst schon ganz ordentlich daneben gelegen haben und/oder Dinge getan haben, die sie nicht gerne im Licht der Oeffentlichkeit sehen moechten.

  6. sayadin Says:

    Ich mag keine Moralapostel und sie ist eine. Aber seit ihrem Rücktritt habe ich Respekt vor ihr. Sie war konsequent und hat schnell die richtige Entscheidung getroffen. Davon können sich die Katholen eine Scheibe abschneiden.
    Der Umgang der Bischöfe mit ihrem Skandal ist skandalös, einfach wiederlich.


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