Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Mehrzad zur Schlachtbank geführt 17. April 2010

Filed under: Autsch!! — palmenstrand @ 8:26 pm
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Normaler Weise kann ich diese Dinge ja sehr differenziert betrachten, aber heute abend sitze ich hier und bin EINE Wut, das kann sich niemand vorstellen!!!
Menowin wurde während der letzten Wochen gehyped, er konnte es so bunt treiben, wie er wollte, am Ende hat er im DSDS – Haus TATSÄCHLICH das Koks verteilt, ganz egal, Dieter Bohlen möchte mit ihm Superstar werden und deshalb wird das jetzt so.
Unbestritten, Menowin ist ein begnadeter Sänger – für mich hören seine Qualitäten damit allerdings auch auf.
Mehrzad kenne ich natürlich nicht näher, aber ich nehme ihm ab, dass er, obwohl das Leben es offenbar mit ihm ebenfalls nicht immer nur gut gemeint hat (denn das spielt bei DSDS ja eine mindestens ebenso wichtige Rolle, wie die Sangeskunst der Kandidaten..), ein netter Kerl mit großartiger Stimme und Charakter ist und dass er das nicht nur für die Kameras so spielt.
Menowin ist eine berechnende kleine Ratte, der im Laufe seines traurigen Lebens ganz genau gelernt hat, wann er zu welchem Anlass wie gucken muss, um das Beste aus einer Situation rauszuschlagen – bei einer Zielgruppe im Alter zwischen 10 und 17 hat er damit vermutlich leichtes Spiel.
Das alleine wäre nicht das Schlimme, denn das kommt immer wieder und an jeder Strassenecke vor.
Tragisch heute Abend finde ich jedoch die Art und Weise, in der Menowin bevorzugt wird, Feuerwerke rechts und links, Kamera auf die Tänzer (macht gleich einen viel energetischeren Auftritt), Lasershow zur Performance dazu,… und im Gegenzug Mehrzad, der in langweiliger Kulisse und ohne Mucke auf den Ohren zur Schau gestellt wird und sich danach vom Knasti auch noch anhören muss, dass sein Auftritt „gut“ war.

Ich finde das richtig zum Kotzen und ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich mal der Bild zu einer Kampagne gratulieren würde – der Aufruf heute, für Mehrzad anzurufen um Menowin das Wasser abzugraben, der hat bei mir schon vor der unfairen Show für Begeisterung gesorgt – jetzt kommt mir aber gerade ein Gedanke: kann das von RTL auch Taktik sein, Wut schüren und so Anrufer für Mehrzad ins Boot holen?

In meinem Fall wäre die Rechnung voll aufgegangen und wenn das dazu beiträgt, Mehrzad zum Sieger zu küren – gerne!!!!

Oups – habe ich mich gerade wirklich als Trash – TV – Konsument geoutet?!?

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16 Responses to “Mehrzad zur Schlachtbank geführt”

  1. […] zum diesjährigen Superstar gewählt werden sollte, sind sich alle drei Juroren einig. Wen die Zuschauer nun wirklich als den Gewinner von DSDS sehen, wird kurz vor/nach Mitternacht bekannt […]

  2. DDH Says:

    Die Reichstagswahlen vom 5. März 1933 verliefen unter faireren Bedingungen als das heutige DSDS-Finale!

  3. tyndra Says:

    *lol* … hab eben auch darüber geschrieben ^^

  4. katerwolf Says:

    mehrzad, mehrzad, mehrzad 😛

  5. Stephan K. Says:

    … interessant, da hat gleich eine Gruppe von Bloggern keine Ahnung, wie die Medien funktionieren. Na, muss es auch geben…

    Eine Frage sei erlaubt: Reduziert auf die reinen gesanglichen Qualitäten, gepaart mit der Performance und der Songauswahl: Wie sähe Deine/Eure Reihenfolge der letzten 5 aus? Lasst mal Pyro und Licht und Backgroundtänzer weg.

    Noch eine Frage: Was müssen die letzten Teilnehmer tun, um ab jetzt im Geschäft zu bleiben?

    Grüße an euch da draußen,

    Stephan K.

    • palmenstrand Says:

      Ach wissen Sie, Herr K., dass Sie in Ihrem Beruf natürlich wesentlich mehr Erfahrung mit diesen Dingen haben müssen, ist ja nun selbstverständlich, Überheblichkeit finde ich aber gänzlich uncharmant und auch völlig überflüssig, (nebenbei bemerkt.)

      Gerne beantworte ich Ihnen aber Ihre Fragen;
      Die rein gesanglichen Qualitäten betrachtet, würde ich Menowin einen deutlichen Vorsprung vor allen anderen geben. Seine Stimme ist besonders, wandelbar, vielseitig und auffallend. (Bohlen würde sagen „mit hohem Wiedererkennungswert“)
      Ich glaube, dass es ihm mehr als allen anderen möglich sein wird, an seiner Stimme zu arbeiten um noch konstantere Leistungen zu bringen.
      Häufig lässt er die Technik ausser Acht, was dann gleich zu Lasten der Genauigkeit geht. Vieles wirkt gepresst, ein reiner Kraftakt, der leicht ausgeglichen würde, wenn er mehr an sich arbeiten würde.
      Mehrzad hat eine wunderschöne Stimme, ich mag sie sehr, sie klingt warm und voll, man fühlt sich geborgen, es knistert und man möchte endlos zuhören. Trotzdem glaube ich, dass Mehrzads Stimme nicht mehr so ausbaufähig ist, wie Menowins – sein Repertoire wird allein aufgrund seines geringeren Tonumfangs immer kleiner und eingeschränkter bleiben, als das von Menowin.
      Die anderen sogenannten SängerInnen fallen in meinen Augen aus der Bewertung raus.

      Und was Ihre zweite Frage angeht:
      Ich glaube nicht, dass es in der Hand der Teilnehmer liegt, im Geschäft zu bleiben. Bohlen mag ein Mordsproduzent sein, und sehr erfolgreich noch dazu – wirklich gute Musik, Musik die überrascht und die man gerne hören mag, habe ich allerdings schon ewig nicht von ihm gehört und so wird es wie gehabt dabei bleiben, dass er (wenn überhaupt) einen Eintagsfliegenhit beiträgt und den Kandidaten (der ja ohnehin nun nicht sein präferierter ist) dann fallen lässt.

      Ach übrigens, bei Mehrzad könnte ich mir vorstellen, dass er erfolgreich wäre, wenn er Musik in der Art, wie Peter Fox sie macht, darbieten würde. Seine Stimme könnte er dabei gut einsetzen, würde aber aus der Schnulzen- und Langweilerecke rausgeholt und eine breitere Fangemeinde damit ansprechen.
      Menowin würde ich Stefan Raab an die Hand geben – ich glaube, die beide hätten musikalisch gesehen, grosse Freude aneinander!

      Grüsse und einen schönen Abend

  6. Stephan K. Says:

    Also mal ehrlich, klinge ich soo alt? Naja, und soo viel besser Bescheid weiß ich auch nicht, und wieso „in meinem Beruf“? Jeder weiß doch, dass sich niemand nach dem „Lasse redn“-Motto der Ärzte richtet, sondern eben doch lieber nach den Meinungsmachern der Bild. Deren losgetretene Hetzkampagne war (und ist noch) inszeniert, auch, um das DSDS-Finale spannend zu halten. Schau Dir mal die Prozentkurve von Mehrzad an: Der war viel zu schlecht für ein spannendes Finale, daher dieser Schachzug. Nur leider haben sie es etwas übertrieben, und es hat etwas zu gut funktioniert.

    Ja, und danke für die Antwort nach dem eigentlichen Gewinner – besser hätte ich’s nicht sagen können. Zu nennen wären ggf. noch Menowins Performer-Qualitäten.

    Dass Bohlen kein Macca und kein James Blunt ist – wer wollte das bestreiten? Aber einige jüngere Titel wie etwa von Mark Medlock lassen sich durchaus ganz gut ertragen. Dein Rat, nicht zu sehr auf Bohlen zu bauen, ist sicher richtig, das gilt in erster Linie auch für „Manager“ Volker Neumüller. Aber auch Raab würde seine Schwierigkeiten haben. Die beiden würden exakt harmonieren, aber zu viel Funk und Soul kommt bei uns nicht allzu gut an (sonst wäre Lena ja mit Raabs Song nach Oslo geschickt worden). Die Sperrverträge der Kandidaten verhindern allerdings fast alles.

    Ich würde Menowin gar nicht allein ins Rennen schicken, sondern etwas machen wie in der Runde der letzten 4 (Zusammen „Crying At The Discotheque“) oder gar mit Mehrzad im Duett („Sweat“), denn das von den Medien aufgebaute Image des „Harten und des Zarten“ hat doch was, oder?

    Am allerwichtigsten ist jedoch, dass beide nicht nur ihre vielbeschworenen Fans beglücken. Deren Haltwertzeit endet in spätestens 6 Monaten. Nein, sie müssen Musik schaffen, die möglichst viele Altersgruppen anspricht.

    So, und nu mal nich mehr beleidigt sein, ich wollte hier nicht überheblich klingen 😉

    Röck’n’Röll,

    Stephan (und wie heißt du…?)

    PS: Mehr von meinem Senf zu diesem Thema auf Kasse4.

    PPS: „Menowin ein deutlicher Vorsprung…“ Hab’s eben noch mal gelesen – you made my day, erm, night LOL

  7. Stephan K. Says:

    >äh … seit wann gehts bei diesem format um die
    >stimmlichen qualitäten?!

    äh… schon immer?!?! Zitat Bohlen: „Dein Aussehen ist immer klasse, wenn nur diese Scheißstimme nicht wär'“

    Und bei den Herren Godoj, Regner & Co. ging’s immer um die Stimme, das Aussehen war ja wohl max. Durchschnitt.

    Schau ins Ausland: Paul Potts und Susan Boyle sind optische Tiefflieger, die Stimmen jedoch durchaus annehmbar.

    Das beste Beispiel liefert DSDS-Taiwan:

    http://www.youtube.com/watch?v=UB2Tl0xOqbI

    Noch Fragen?

    • tyndra Says:

      wie, bohlen ist ein qualifizierter juror? oder frau van der fahrt? hinsichtlicher welcher kriterien, stimmlicher etwa? DAS meinte ich eigentlich ^^

      hab letzthin gelesen, dass das amerikanische pendant (oder ist das das ursprüngliche format? hab keine ahnung davon) sehr viel seriöser und kompetenter ablaufen soll. womöglich ist das ja überall so.

      meine private meinung zum deutschen dsds ist, dass sich einige promis auf kosten des formats ins rampenlicht drängen und die jungen leute, die auf der bühne stehen, gnadenlos blossgestellt und verheizt werden. vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu sensibel für diese art sendungsformat …

      [wären paul potts und susan boyle in deutschland überhaupt durchs casting gekommen?]

      • palmenstrand Says:

        Bei einem Format wie DSDS glaube ich nicht, dass Paul Potts oder Susan Boyle eine Chance gehabt hätten – garantiert nicht, schon alleine aufgrund der Altersgrenze bei 30 – bei Germany’s got talent oder X – Factor – was ein bisschen sowas ist wie diese andere Sendung „das Supertalent“ und ich glaube aus diesen Sendungen sind auch Potts und Boyle hervorgegangen, da wäre das eher denkbar.


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