Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Ich stehe 11. August 2010

Filed under: Hey there — palmenstrand @ 11:11 am
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So kann man das wohl nennen. Ich stehe und laufe langsam los. Manchmal, wenn mich ein Funke Begeisterung packt:“Mensch, das geht ja doch wieder, weiter weiter!!!“, kommt sofort das Mißtrauen:“Abwarten, bisher wars ja immer so zwei Schritte vorwärts, einen zurück, das wird auch jetzt so sein!“ und lässt mich verunsichert zurück.
Manchmal ist das dann auch so – zu viel rächt sich, wirft mich zurück, aber Gott sei Dank nicht mehr so sehr – dennoch… ich habe das Vertrauen noch nicht wieder gefunden, weiss noch nicht wieder, was ich mir zumuten kann, nicht mehr, wer ich bin.
Wie wird es jetzt weitergehen? Wann werde ich stabil sein und was heisst „stabil“?
Bedeutet das, dass ich in mein altes Leben wieder zurückkehren kann, bedeutet es, dass ich mein altes Leben so ändern muss, dass es zu meinem sensiblen Seelchen passt – aber macht mich das glücklich?
Und wenn nicht – was ist dieses neue Leben dann wert?

Das Studium soll ich abbrechen, sagen alle, oder wenigstens aussetzen für ein Semester, fügen sie dann mit Hinblick auf die trauergeschwängerte Panik in meinen Augen hinzu.
Den Job habe ich ja schon geschmissen und auch den Wochenendjob habe ich wieder sein lassen. Aber das Studium?
Seit Beginn des ersten Semesters bin ich wieder ich. Nur ich. Nicht „Muttervon“ nicht „Frauvon“ nichts mehr von allem, was ich vorher war. Wie ein Rundumneubeginn – und der war, ist mir so wichtig.

Neuorientierung ist nicht nur leicht, vor allem, wenn man noch im Dunkeln tappt. Ich stehe. Das ist schon mehr, als ich vor einigen Wochen erwartet habe. Nicht so dahingesagt, ich dachte wirklich, das wird nie mehr – selbst jetzt muss ich mich manchmal bemühen, die Fortschritte zu sehen und anzuerkennen, mich daran zu freuen, ohne gleichzeitig das Gefühl zu haben, „funktionieren zu wollen“ – oder zu müssen?

Ihre, Eure Mails und Kommentare haben mich so sehr berührt. Fremde, die kurze, aber liebevolle Worte finden, an mich denken, Verständnis haben und mich aufbauen, mir das Gefühl geben, nicht alleine zu sein.
Ich hätte das nie gedacht, noch weniger erwartet, aber das hat mir unendlich viel gegeben – Danke! Von Herzen!

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9 Responses to “Ich stehe”

  1. katerwolf Says:

    juhuuu, ein zeichen von dir 😆

    mach einfach langsam, dein körper und deine seele werden dir schon den richtigen rythmus vorgeben. und konzentrier dich vielleicht einfach mal auf das, was dir wichtig ist. du wirst sehen, es macht dann wieder freude. ich kenne das gut.

    alles liebe und *freufreufreu*, katerwolf

  2. The Jeanny Says:

    aufzuSTEHEN nachdem man gefallen ist, ist wahre größe.

    wie mein vorposter schon geschreiben hat: hör auf deinen inneren rythmus, mach, was DIR wichtig ist und habe dabei weder ein schlechtes gewissen noch schuldgefühle. die anderen ahben ja auch ncihts von dir, wenn du nicht du bist. und jeder, der es nciht versteht, ist es nicht wert, mit ihm weiter darüber zu reden.
    am wichtigsten sollte einem immer man selbst sein, auch wenn das egoistisch klingt und man es ohnehin nicht tut, und wenn mit schlechtem gewissen, v.a. wenn man mama und ehefrau, ist…
    lass den kopf nicht hängen… und freue dich daran, dass du wieder stehst und sorge dich nicht darüber, dass du gestern noch gelegen bist!

  3. Liebe Frau Palmenstrand, ich habe erst vor kurzem Ihre vorherigen Einträge gelesen und seitdem immer wieder an Sie gedacht. Ich freue mich, heute wieder von Ihnen zu lesen und es ist so schön zu lesen, dass Sie die ersten Schritte gehen konnten. Für die Weiteren wünsche ich Ihnen viel Kraft, aber auch Geduld mit sich selbst. Hören Sie auf Ihr Inneres, das wird Sie führen. Alles, alles Liebe für Sie!!! ♥

  4. natuerlichnicht Says:

    Liebe Frau Palmenstrand, ich freue mich sehr, dass Sie Licht am Ende des Tunnels sehen. Mir hat es damals geholfen ein Tagebuch zu meiner Erkrankung zu fuehren, dadurch hatte ich keine Chance mehr, die kleinen Erfolge einfach zu „vergessen“. Meine Angsterkrankung hatte mir damals aber auch ganz klar gezeigt, dass irgendwas in meinem Leben nicht gut laeuft und es hat auch eine ganze Weile gedauert, bis ich klar gesehen habe, wie es weitergehen soll und wo genau der Schuh drueckt.
    Lassen Sie sich Zeit, hoeren Sie auf Ihr Bauchgefuehl…
    Liebe sonnige Gruesse aus Athen
    Anetaki

  5. andrea2110 Says:

    Liebe Palmenstrand, das sind ja wirklich tolle Nachrichten… es geht- wenn auch in kleinen Schritten- aufwärts, es wird besser und besser und bestimmt auch wieder gut. Und das mit dem Studium wird sich bestimmt auch finden, vielleicht – ohne das ich natürlich die körperliche Erkrankung kenne – vielleicht ein viel grösserer Stress, wenn Du jetzt ALLES veränderst, ALLES aufhörst… Da scheint das Studium doch gute Gefühle zu vermitteln und man kann sich seine Zeit selber einteilen, oder? Aber das ist nur meine persönliche Meinung dazu…

    Weiterhin gute Besserung und gute Genesung, alles Liebe, Andrea

  6. Liebe Frau Palmenstrand….
    ich bin ziemlich froh, mal wieder etwas von Ihnen zu hören und zu hören, dass es doch irgendwo aufwärts gehts… das es irgendwie weitergeht…
    Ich glaub an Sie und wenn man Ihnen irgendwie, irgendwo helfen kann… sagen Sie was, ja? 🙂
    Liebste Grüße,
    ihr Schneckenhäuschen 🙂

  7. SusiP Says:

    *mirmalebenFrauPalmeunterdenArmklemmundeinStückmitihrspaziere*

    Frau Palme, ich weiss nicht, was Sie so dermaßen umgehauen hat, aber wenn ich das so lese, sollte das Studium nicht abgebrochen werden, denn das liest sich als was sehr Positives, Aufbauendes.

    LG
    SusiP

  8. Grethe Says:

    Ach wie ist es schön hier wieder ein paar Zeilen von Ihnen zu lesen, liebe Palmenstrand. Ich sehe es als gutes Zeichen, dass es wenn auch erst in kleinen Schritten, so doch wieder aufwärts geht. Ich kann sehr gut nachempfinden wie sie sich fühlen und vor allem auch vor welchen schweren Entscheidungen sie jetzt stehen. Vor allem was Ihr geliebtes Studium angeht. Als ich vor knapp 20 Jahren meinen Zusammenbruch hatte, ging es mir genauso. Ich habe damals die Reißleine komplett durchgezogen – also neben Job auch Studium und meinen geliebten Sport für eine lange Zeit aufgegeben. Auch wenn ich damals nicht einsehen wollte, dass ich ausgerechnet die Dinge aufgeben sollte, die mir soviel bedeuten – es war für mich die richtige Entscheidung. Es hat über ein Jahr gedauert bis ich mich neu „sortiert“ hatte und ich muß auch heute noch aufpassen, dass ich nicht wieder in alte Bahnen gerate. Zum Glück merke ich es jetzt früher und kann rechtzeitig gegensteuern.
    Ich wünsche Ihnen auf Ihrem Weg zurück ins Leben alles erdenklich Gute. Haben sie etwas Geduld, Sie werden es bestimmt schaffen! LG, Grethe

  9. Emily Says:

    Hallo *umärmel*, ich freue mich sehr von dir zu lesen. Ich freue mich darüber, dass du Schritte machst. Es ist doch egal ob es ein oder zwei sind. Du machst Schritte und das ist entscheidend.

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen die Kraft und Energie, die du jetzt brauchst.

    Alles Liebe,
    Emily


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