Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Abschied nehmen 13. Februar 2011

Filed under: Autsch!!,love it — palmenstrand @ 7:22 am
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Vor einigen Tagen nach einem heftigen Streit mit meiner Mutter – bei dem ich mich am Ende wieder zum Kotzen gefühlt habe und obendrein ein schlechtes Gewissen hatte, obwohl sie sich zum Kotzen verhalten hat und ein schlechtes Gewissen haben sollte – habe ich mir die Frage gestellt, woran es liegt, dass es mir so schwer fällt, Abschied zu nehmen.

Seit ich meine Kinder habe, wird mir bewusst, dass ich schon als Kind nicht damit zurechtgekommen bin. Kein Urlaub ist zu Ende gegangen, ohne dass ich heftigst gelitten hätte, wieder gehen zu müssen. Wegziehende Nachbarn haben mich in tiefste Depressionen gestürzt und als wir nach 12 Jahren in ein anderes Haus umgezogen sind, habe ich das nie verwunden.

Meine Therapeutin hat mir vor kurzem erklärt, dass diese Schwierigkeiten häufig dann auftreten, wenn Kinder sich in ihrer Herkunftsfamilie nicht wohl und geborgen fühlen, wenn ihnen etwas fehlt.

Als meine Oma gestorben ist, bin ich in das bis dahin tiefste denkbare Loch gefallen ist – wenn mir als Kind etwas gefehlt hat, dann war sie die einzige, die von Herzen versucht hat, dieses Defizit zu füllen.

Der Tod meines Vaters hat mich selbst fast umgebracht und noch immer bin ich weit davon entfernt, damit zurecht zu kommen. Wenn es überhaupt etwas positives daran gibt, dann dass es mich endgültig dazu gezwungen hat, mich mir selbst, der Welt und vor allem dem Leben zu stellen und mich aktiv damit auseinander zu setzen, anstatt immer nur eine Statistin zu sein, die sich von den Umständen nach hier und da schieben lässt.

Vermutlich ist es das, was mich auch jedes Mal anstupft, wenn es mich so trifft, wenn eine Person meines Umfeldes oder auch des öffentlichen Lebens stirbt: das Leben ist endlich! – denn solange man sich dessen nicht bewusst werden muss, braucht man ja auch nichts zu ändern. Ich nehme an, mir war das natürlich schon immer klar, aber der letzte Tritt in den Hintern hat eben gefehlt.

Heute nehme ich mit bestimmt vielen anderen traurig Abschied von Peter Alexander, dessen Filme ich als Kind wahrhaftig alle gesehen und geliebt habe. Am nachmittag lief im Küchenradio  meiner Oma immer „Sie wünschen wir spielen“ – Peter Alexanders Hit „Die kleine Kneipe in unserer Straße“ war mein absolutes Lieblingslied und noch heute kann ich es Zeile für Zeile mitschmettern.

Dieter Bohlen –  man mag über ihn denken, was man will, ich jedoch glaube, dass er ein untrügliches Gespür für das Geschäft besitzt – hat einmal in einem seiner Bücher geschrieben, dass Peter Alexander von allen Künstlern, die er je getroffen hat, der professionellste und dabei menschlichste war. Ich habe das sofort geglaubt.

Er muß nach dem Tod seiner Frau zutiefst gelitten haben, der Tod seiner Tochter hat ihm dann bestimmt den Rest gegeben – ich wünsche ihm, dass er jetzt bei ihnen und wieder glücklich ist.

Ich werde weiter darum kämpfen, in diesem Leben glücklich zu sein.

Nichts desto Trotz; ein paar schöne Szenen von Peter Alexander in Memoriam…

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2 Responses to “Abschied nehmen”

  1. erwachen Says:

    Peter Alexander ist tot. Ein großer Entertainer ist von uns gegangen. Er war bis zu seinem Ende aktiv und gerne gesehen. Man hörte von ihm keine Skandale. Er war einfach angenehm. Friede seiner Asche.

  2. katerwolf Says:

    sehr berührend, was du schreibst, meine liebe und ich drücke dir von herzen die daumen für deinen kampf ums glück – du hast es dir verdient, glücklich zu sein und ich bin mir sicher, dass du ankommen wirst 😆

    alles liebe, katerwolf


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