Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Der Angst begegnen 5. Februar 2013

Filed under: Allgemein — palmenstrand @ 6:27 pm

Irgendwo liegt der Schlüssel, irgendwo ist die Lösung, der Ausweg aus dem Rund, aus dem sich immer wiederkehrend in den Schwanz beissenden Elend.

Ich suche ihn so verzweifelt, ich möchte ihn so gerne finden und habe immer wieder entsetzliche Angst, dass es zu spät ist. Die Angst frisst mich auf, macht mich eng, nimmt mir die Luft, sucht ein Ventil, findet es nicht, ich will schreien und habe die Stimme verloren, ich will weinen und bin wie ausgedörrt – irgendwann greift die Panik um sich, explodiert in mir, treibt mich dem Wahnsinn entgegen, lähmt mich gleichzeitig, will mich anschreien, mein Körper will mir sagen:“

S T O P !

So nicht weiter.

Ich nehme den Kampf auf, ringe Gramm um Gramm nieder, atme tief, spüre in mich hinein und befehle dem Blut, das im Hochdruck von innen gegen die Kanäle pocht: „zurück!! fließ ruhig, alles wird gut! ich kümmere mich, ich passe wieder auf mich auf, ich weiß, ich habe das viel zu lange nicht getan!“

Verweigere jede Kohlehydrate, Fett  – trinke Wasser, Wasser und Wasser, Rohkost und Eiweiß – wirke! wirke! Laß das Fett und die Häßlichkeit schmelzen, laß mich lange leben, gesund sein,  und den Kindern meiner Kinder eine Oma, die auf Bäume klettert.

Und dann das Hochgefühl: es klappt, ich kanns, ich kann das durchhalten, ich fühle mich gut, ich fühle mich besser, die Angst wird kleiner, ich schlafe tiefer, bin wach wenn aufgewacht, spüre wie die Leichtigkeit Leib und Seele ergreift und ich aufrecht gehen, anderen ungehemmt in die Augen sehen kann. Diese Freude, dieses Glück. Ich bin wieder auf dem Weg zum ich.

Telefonat. „..muss Schluß machen, gehe zum Sport“

– „ooh, hasch abgenomme? Mensch, wie schön, dann kannsch ja mal widda was netts anziehe – dann bisch endlich wieder mei hübsches Mädle“ –

wie ein Messer das und die Kraft entgleitet mir, der Rücken rund, der Blick nach unten – oh Kuchen!  ach, Sahne dazu, was solls! Käsespätzle zum Abendessen! – geh zur Arbeit und zurück, sonst nichts, will niemand sehen, vom weiblichen Gefühl zurück zum Klops. Kurzatmig. Immer in Wut. Heißes Blut. Kopfschmerzen. Der Blutdruck steigt. Die Angst auch. Mit der Angst der Blutdruck. Mit dem Blutdruck die Angst.

Autoreverse.

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One Response to “Der Angst begegnen”

  1. madameklutze Says:

    boah, wuuuuuuuuuuuuuusa.
    Da muß sogar ich wieder tief durchatmen. Erstes Gefühl, einfach nur brüllen und reinschlagen!
    Zweites Gefühl, ich muß lächeln. Gut dass ich nicht am Leitungsende saß und dass hören mußte,
    Lächeln deshalb, weil ich gott sei Dank da nicht mehr drauf reagiere, bzw. mein Blutdruck und die Angst, sondern lässig dem Gegenüber übers Göschle fahre kann 😉

    Bitte bitte geh soffot wieder auf den Weg, denn du sollscht net der ihr mädle wiedda wärde, sondern endlich das Mädle welches Du sein möchtest! Mach das DU mal in janz dick.
    Komm an meine 85C Brust und lass Dich drücken, wir machen das schon 🙂


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