Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Es ist vorbei – 1. Januar 2011

Filed under: Hey there,Song of the day — palmenstrand @ 10:58 am
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das Jahr 2010.

Gestern abend hat das grösste Mamasito bitterlich angefangen zu weinen, es möchte nicht, dass 2010 aufhört, es sei so ein schönes, so ein wunderbares Jahr gewesen und es soll nicht vorbeigehen. Über Stunden kam das immer wieder so über ihn.

So viel Leid auf der einen, auf der anderen Seite eine tröstende und umärmelnde Mama Palmenstrand, die sich nichts sehnlicher wünscht, als dass dieses Jahr endlich zu Ende gehen mag.

Zu guter Letzt – beziehungsweise zum Beginn des neuen Jahres, haben wir uns dann wieder in den Armen gelegen, Champagner und Kindersekt gegeneinander klirren lassen, voller Staunen auf die Lichter am Himmel geschaut und dem was da kommt ehrfürchtig entgegen geblickt.

2010 war das schlimmste, das schmerzhafteste, physisch und psychisch zehrendste Jahr meines Lebens.

Gleich zu Beginn hatten wir den völlig unerwarteten, viel zu frühen Verlust meines Vaters zu verkraften, was im übrigen weder mir noch meiner Familie bisher gelungen ist.

Sicher durch diese Situation bedingt, aber auch durch die vielen Parallelbaustellen und die chronische Angewohnheit erst dann aufhören zu können, wenn alles um mich herum „perfekt“ ist und ich schon unabwendbar vor dem Zusammenbruch stehe, dann eben DAS – der Zusammenbruch,

von dem ich noch immer nicht gänzlich genesen bin und auch nicht sicher bin, ob das jemals möglich sein wird. Visuelle Reize kann ich nur noch bedingt aufnehmen. Eine halbe Stunde kann ich mich maximal an den PC setzen, danach ist mein Kopf so voll, so überlastet, dass ich abschalten muss – Umgebungen mit vielen Menschen, Formen und Farben versuche ich seitdem zu meiden, manchmal ist sogar ein Einkauf noch immer zu viel – ein Supermarkt mit seiner grossen, vielfältig bunten Produktpalette kann mitunter schon dazu führen, dass ich rückwärts wieder raus muss. Bisher ist es mir auch noch nicht wirklich gelungen, mich in diesen Situationen an die Hand zu nehmen und mir selbst Ruhe und Trost zukommen zu lassen – häufig schüttele ich missmutig über mein Nichtfunktionieren den Kopf und bin wütend auf mein Gebrechen und über meine nicht mehr vorhandene Belastbarkeit.

Es wird kein leichtes Jahr werden, namentlich das erste in meinem Leben, das ich ohne meinen geliebten Papi verbringen muss – die Erschütterung darüber wird mich weiter jeden Tag begleiten, mal wirds besser gehn, mal schlechter – ich wünsche mir für meine Familie, meine Freunde  für uns alle ein frohes, ein glückliches Jahr – aber es wird, es kann nie wieder so werden, wie es mal war, weil die Lücke nicht zu schliessen ist –

nichts desto Trotz, das Leben geht ja weiter, unaufhörlich und so sehr man auch mitunter versucht sein mag, den Moment festzuhalten – verweile doch, Du bist so schön – es geht ja nicht – und was hilft es, wie ein trotziges Kind aufzustampfen und zu sagen „ich will aber“ – das war mein Weg bisher – offenbar ist es doch langsam Zeit erwachsen zu werden und so habe ich mir vorgenommen, in diesem Jahr genau das zu lernen, was ich heute morgen bei

der lieben Frau Katerwolf gelesen habe – ich wusste es nicht, hätte es nicht in Worte fassen können, bis ich es dort gefunden habe, aber ja, das werden meine Ziele für 2011 sein!!!

Ich wünsche Euch allen ein Jahr voller Glück, Hoffnung, wunderbarer, Euch zur Seite stehender Menschen, Lachen, Musik, Tanz und Gesundheit!!!

 

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The same procedure… 30. Dezember 2010

Filed under: Hey there — palmenstrand @ 5:24 pm
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Weihnachten haben wir gut über die Bühne gebracht, viel zu viel gegessen und getrunken, viel zu viele Geschenke unter dem Baum liegen gehabt – maßlos, das muß anders werden – und nun freue ich mich auf den morgigen Abend. Ganz im Gegensatz zu den vergangenen Jahren werden wir den morgigen Abend in aller Gemütlichkeit mit Schnittchen, Heringssalat, Spielen und einschlägigem Fernsehprogramm zu Hause verbringen.
Zwischendurch dachte ich noch, es wäre vielleicht besser, zu unseren Freunden zu gehen, die uns zu einer kleinen Feier eingeladen hatten – als Ablenkung quasi und um nicht im Trübsinn zu versinken – aber jetzt bin ich froh, dass wir so zwanglos vor uns hin dümpeln können.

Vorhin während des Einkaufens habe ich eine Packung Wunderkerzen für die Mamasitos erstanden und musste mich dabei durch völlig wahnsinnig gewordene Menschenmassen wühlen, die sich um die Feuerwerkskörper gedrängt und sich dabei die Raketpakete schier aus den Händen gerissen haben.

Das allein fand ich schon reichlich seltsam, die Dinger sind ganzschön teuer und auch wenn ich selbst ganz gerne zum Feuerwerk raufschaue, verstehe ich doch nicht, warum man SO VIEL dafür investieren muss, dass man sich fast dafür prügelt.

Egal, mir ist dabei auch gleich wieder dieser entsetzliche, völlig gestörte Typ eingefallen, der vor einigen Tagen mir gegenüber im Zug saß. Er sprach einen grässlichen Dialekt und belaberte unentwegt ein kleines, vielleicht 3 jähriges Mädchen, das mit ihrer Mama unterwegs war und neben uns saß. (in einer Lautstärke, die den gesamten Zug mit einschloss)
„Na, Duuuuu, wo kommsch’n Du häär?“ Kind reagiert nicht
„Hä, woooo kommsch Du denn häääääar??“ „aus soundso“
„Unn, wo fäärsch Du hinn?? „zu Omi und Opi“
„Musch Deiner Mamma sagn, dassie Dia Knallärbsn und Rakätn kaufn soll, des knallt und schdingt so schöön“  (???)
„Gell, sags Deiner Mamma, dann kannsch mitknallä“    „Mama, was meint der??“
„S’isch Silveschtä, waisch, da werdä die Hexä verdriiiebe, waisch, die böse Hexä!!!“   „Was wollen die Hexen denn??“
„Waisch, wenn ma gaaanz laud knallt, Knallärbsn schmeissd und Rakätn abschiessd, dann kriiiege die böse Hexä Angschd un haue ab!“      „und wenn man nicht knallt??“

„Ha dann bleibät se da und machen weider mit allem bösen!“  (große Augen macht und grumpfelt) (AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRRRGGGGGGGGGGHHHHHHHHHHHHHHH)

„Waisch, früha, da habet se die Hexä bei lebendigem Leib verbrannt, waisch, uff en Scheiterhaufä und angezündet…“

Das war dann der Moment, in dem meine bessere Hälfte eingegriffen hat und ihn gefragt hat, ob er wohl nun endlich mal sein blödes Geschwätz sein lassen könnte. Was ein Vollidiot – die Kleine war völlig verwirrt, die Mutter zu höflich oder auch zu geschockt, um etwas sagen zu können – und er war dann (lauthals) eingeschnappt, weil er doch so wertvolle Wortbeiträge zu leisten hatte und wir sie nicht zu würdigen wussten…

Nun, und heute habe ich also ganz bewusst keine Knallerbsen gekauft :o))

Euch und Ihnen allen ein wunderschönes, gesundes und glückliches neues Jahr – kommt gut rüber !!!!