Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Was ist an diesem Bild falsch? 26. Oktober 2010

Filed under: Autsch!!,Hey there,Oups! — palmenstrand @ 7:21 am
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Mutter Palmenstrand bringt das grosse Mamasito zur Schule und stellt fest, dass kein Auto, keiner der Schulbusse, ergo kein Kind, kein Papa, keine Mama ausser mir da ist.

 

 

Äh, es ist Dienstag, Sportunterricht für die ganze Schule, in einer Sporthalle etwa 1km entfernt und wir haben kein Sportzeugs dabei, Unterrichtsbeginn in 5 Minuten, Weg nach Hause 15 Minuten eine Strecke….

Mutter hat das Chaos noch immer nicht abgelegt – grrrr, WAHNSINN, bin ich doof!!!

 

Ich bin soo blöd!! 29. Juni 2010

Seit Wochen warte ich (wegen der Auswertung meiner tauben Beine = Borreliose oder nicht) geduldig auf den Termin beim Neurologen. Die Untersuchung war schon, aber das Auswertungsgespräch sollte finally heute stattfinden.

In meinem völligen Wahn mit derzeit kranken Mamasitos rufe ich beim Arzt an, um mitzuteilen, dass ich mich um 10 Minuten verspäten werde, der Termin wäre um 15.30 gewesen und ich sitze noch immer hier und wickle ein um sich schlagendes Mamasitokind.

Äh, ja, ich rufe also an und werde prompt von einem Band abgefangen, das mir mitteilt, dass die Praxissprechzeiten montags, mittwochs und freitags von bis blablabla – heute ist aber Dienstag!

Scheisse, denke ich, das ist ja mal wieder typisch, ich habe mir den Termin auf den falschen Tag eingetragen, ich hatte gestern ohnehin so ein Gefühl, als ob der Termin gestern gewesen wäre.

Also schreibe ich eine Mail an das Praxisteam, entschuldige mich für die Lücke im Terminkalender und bitte um Milde, dass ich jetzt so kurzfristig ausfalle. Der Arzt ist auf 3 -4 Wochen im Voraus völlig ausgebucht…

Um 16.30 Uhr geht eine Mail an mich zurück, dass das durchaus mein Termin gewesen wäre, weil TERMINE nicht gleich SPRECHZEITEN seien und ihnen nun bedauerlicher Weise tatsächlich eine Lücke entstanden sei – der nächste verfügbare Termin sei dann übrigens ab 16.07. zu haben!

Darf ich mal, bitte?

KREIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIISCHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Danke!

 

Gute Erziehung 22. April 2010

Filed under: Hey there — palmenstrand @ 11:20 am
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Schon lange, im Prinzip schon mein ganzes Leben lang, stelle ich mir die Frage, „was ist eigentlich gute Erziehung?“
Was bedeutet es, wenn jemand sagt, dass ein Kind gut erzogen ist? Was erwarten wir, die Gesellschaft, von kleinen Menschen, die ja nicht minder Teil dieser Gesellschaft sind?
Gibt es eine feststehende Ideologie, Erziehungsmerkmale, die erfüllt sein müssen, um das Kriterium „wohlerzogen“ zu erfüllen?

Während die einen davon überzeugt sind, dass Kinder um sich in der Welt von morgen zurechtfinden zu können, lernen müssen, auf das zu hören (im Sinne von gehorchen) haben, was Erwachsene ihnen sagen, sind die anderen sicher, dass Kinder nur dann glückliche grosse Menschen werden können, wenn man sie darin bestärkt, auf ihre eigenen Gefühle zu hören und im Zweifel natürlich dem Erwachsenen zu widersprechen.
Früher gab es die klassische Aussage „Kinder darf man sehen, aber nicht hören“ – mitunter habe ich den Eindruck, dass die noch immer ihre Gültigkeit hat.
Viele bestehen darauf, dass Kinder „das Zauberwort“ sagen, nicht wenige Eltern halten ihre Kinder jedoch ganz bewusst nicht dazu an, sich zu bedanken, weil sie es bevorzugen, dem Kind Höflichkeit vorzuleben und darauf vertrauen, dass das Kind im Laufe seines Lebens verstehen wird, dass es wichtig ist, respektvoll mit anderen Menschen umzugehen.

Um bei diesem Beispiel zu bleiben – bedeutet es, dass ein Kind, das nicht zuverlässig „danke“ und „bitte“ sagt, unerzogen ist?
Ist ein Kind unhöflich, das sich nicht wohl dabei fühlt, jemandem die Hand zu geben und „guten Tag“ zu sagen?
Oder ein Kind, das laut lacht und spielt, gerne tobt und eben nicht nur im eigenen Garten zu hören ist?
Oder noch ein weiteres Beispiel: ich kann mich erinnern, dass mir selbst als Kind vermittelt wurde, dass ich, wenn ich bei anderen Menschen zu Gast bin, nicht danach zu fragen habe, ob ich etwas zu trinken haben dürfe. Das sei grob unhöflich, denn man habe zu warten, bis der Gastgeber von sich aus etwas anbietet.
So.
Nun erlebe ich es bei meinen Mamasitos, die völlig frei von der Leber weg sagen, ob sie Durst oder Hunger haben, ganz egal, wo sie sich gerade aufhalten, dass ich in völligem Entsetzen zusammenzucke, wenn sie das tun – und manchmal glaube ich auch gesehen zu haben, wie der/die ein oder andere Gastgeber/in mit grossen Augen in die Küche getrabt ist, um meiner Kinderschar das Gewünschte zu bringen.
Mir ist klar, dass die Frage nach einem Getränk eine völlig legitime ist, wenn man Durst hat – allerdings kollidiert das mit dem, was mir im Dienste einer „guten Erziehung“ eingebläut vermittelt wurde und je weiter sich unser Familienradius durch Krabbelgruppe, Kindergärten, Schule, Sportverein etc. ausdehnt, desto häufiger stelle ich fest, dass wir durch unsere Art, mit den Mamasitos umzugehen, durchaus aus dem offenbar ungeschriebenen, aber geltenden Regelwerk der bravmachenden Erziehung herausfallen.
Ich finde es gut, wie wir das machen, ich finde es im Gegensatz zu meiner eigenen Erziehung wunderbar, dass die Mamasitos nicht vor Ehrfurcht vor uns Eltern platzen. Dass sie nicht aus Angst vor Strafe angepasst sind oder werden. Dass sie sich ihrer Selbst und den damit einhergehenden Überlegungen, Wünschen, Bedürfnissen und Gefühlen bewusst werden dürfen – und somit in der Folge natürlich immer wieder „auch“ Erwachsenen widersprechen und eben nicht gehorchen – ich habe ein bisschen die Hoffnung, dass sie dadurch auch lernen, das Gerede der anderen nicht so wichtig zu nehmen…
…und trotzdem, angepasstes Kind, das ich zu sein hatte, merke ich doch, wie schnell ich verunsichert bin, wenn wir „wo“ sind. Kann ich selbst hinter einem „oh toll, lecker, ein Gummibärchen“ den Dank und die Freude erkennen, ohne dass es explizit ausgesprochen wird, tue ich mich schwer, das so hinzunehmen, sind wir von Menschen umgeben, die das Gummibärchen ohne „Zauberwort“ garnicht erst rausrücken.
Anstatt mein Ding zu machen und weiter in die Mamasitos zu vertrauen, merke ich, wie ich den Impuls, auch zum „Dankesagen“ aufzufordern, nur mit Mühe herunterschlucken kann und ein klein bisschen ein schlechtes Gewissen bekomme, weil meine Kinder eben nicht so funktionieren…

 

Stilblüten 19. April 2010

Filed under: Little Mamasitos,love it — palmenstrand @ 7:32 am
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Gell, Mama„, Mamasito puhlt im Essen, „im Fisch sind ganz viele Wertstoffe!?“

Stimmts, Mama, die Frau von der Bundesliga heisst Ferkel?!!“ (wer weiss, was gemeint ist 😉 ?)

Die grossen Mamasitos laufen vorneweg „Attacke, Attackeeee!!!“
Das kleine Mamasito rennt hinterher „Adrache, Adracheeee!!!“

 

Nicht mein Tag 15. April 2010

Filed under: Autsch!! — palmenstrand @ 1:40 pm
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heute.
Tiefes Loch, schwerer Hintern, müde Augen, Mundwinkel unten festgetackert,
Panzer um Schädel gespannt, totale Erschöpfung und Bad im Selbstmitleid.
Nichts desto Trotz wünsche ich Euch eine schöne Restwoche,…

 

Unter der Knute der Kinder 13. April 2010

Angeregt durch diesen Blogbeitrag habe ich mir heute viele Gedanken zu meiner Mutterschaft gemacht und bin ausgerechnet in eine Diskussion geraten in der einige Kommilitoninnen über die Betreuungseinrichtungen ihrer Kinder diskutierten. Alle waren sich insofern einig, dass mit das Wichtigste an einem Kindergarten die guten Betreuungszeiten seien.
Ich folgte dem Gespräch, hing so hie und da meinen Gedanken nach, und wurde schliesslich auch zu meiner Meinung befragt.
Unsere Mamasitos besuchen eine Elterninitiative, die sich pädagogisch an Montessori orientiert.
Dies haben wir bewusst so ausgesucht, weil uns die pädagogische Ausrichtung als das wichtigste Kriterium der Wahl eines Kindergartens schien.
Die Betreuungszeit wird hier nicht nach Alter oder Stunden vergeben, sondern orientiert sich daran, wie das Kind den Aufenthalt im Kindergarten jeweils verkraften kann.
So gibt es 4 Jährige, die bereits um 13.00 Uhr abgeholt werden, andere, die bis 15.00 Uhr bleiben und so weiter.
Es ist zugegebener Massen häufig schwierig, meine ausserfamiliären Verpflichtungen mit diesen Betreuungszeiten in Einklang zu bringen, aber wir sind davon überzeugt, dass dieser Blick auf die Kinder genau das ist, was den Kindern am besten tut und somit jongliere ich, allen Widrigkeiten zum Trotz, gerne mit meiner Arbeit, dem Studium und was sonst noch alles dazu gehört.
„Ja wie??“ fragt mich die Mitstudentin, „und dann richtest Du Dich da nach Deinen Kindern, oder was??“ und schaut mich dabei an, als ob sie an meinem Verstand zweifelte.
„Naja“, sage ich, „wenn mein Kind nach einer langen Betreuungszeit im Kindergarten für den Rest des Tages nichts anderes mehr tun kann, als auf dem Boden zu liegen und zu schreien, weil es völlig überfordert und überreizt ist, dann muss ich davon ausgehen, dass die Einschätzung der Erzieherinnen richtig ist, weswegen wir es in der Folge so handhaben.“
„Ja, aber“, setzt die Kommilitonin wieder ungläubigen Blickes an, „da müssen die Kinder halt durch, oder? Also, ich meine, das müssen die dann halt aushalten, die gewöhnen sich doch da dran, und ausserdem (grosse Pause) es kann sich doch auch nicht alles um SIE ( an diese Stelle einen Tonfall für „iih ein Insekt“ hindenken) drehen?!!?“
Die anderen schauen betreten drein, keiner sagt so recht, was er/sie denkt, aber die Blicke sprechen durch die Bank Bände.
Ich bin wie eingangs gesagt ein wenig unschlüssig.
Mache ich mich durch diese Überzeugung zum Knecht meiner Kinder?
Müsste ich sie zu meinen Gunsten durch diese „da müsst Ihr eben durch“ Schule schicken? Falle ich mit meiner Vorstellung von Kindererziehung tatsächlich der Tyrannei der Kinder zum Opfer?!?
Was soll das überhaupt sein: Tyrannei von Kindern? Was bedeutet das? Mich nach den Bedürfnissen meiner Kinder zu richten?

Hier sitze ich und mache mein Ding.
Die Familie, meinen Job, das Studium, nebenbei versuche ich mich am Aufbau eines Gewerbes, das langsam mehr und mehr anläuft,… – ich habe nicht das Gefühl unter irgendjemandes Knute zu stehen, ich bin selbst getrieben und ja, es ist viel, was ich stemme – wie im letzten Beitrag erwähnt manchmal viel zu viel –

aber das ist mein Ding – und darf dann schlussendlich diesem „Viel“ das Wohl der Mamasitos zum Opfer fallen?

Also, wenn ich weiss und sehe, dass mein Kind das Pensum eines 8 Stunden – Kindergartentages nicht schafft, dass es schreit, nachts schlecht träumt, weinend aufwacht, sich wälzt und fortwährend nach der Mama ruft, morgens gleich mal wieder weinend aufwacht und sagt, dass es garnicht mehr in den Kindergarten gehen und stattdessen bei der Mama bleiben möchte,… – dann kann ich doch nicht ernsthaft sagen, „das muss da durch“ – oder? Also ernsthaft?

 

Manchmal wünschte ich… 11. April 2010

Filed under: Hey there — palmenstrand @ 12:56 pm
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… ich könnte jemand anders sein, anders leben, offen anders denken, wissen wer ich bin.

Manchmal würde ich gerne auf und davon, die Verantwortung abschütteln, mein weniges Geld und wichtigstes Hab und Gut nehmen, gerade so, dass es in einen Rucksack passt, und auf und davon gehen. Die Welt anschauen, oder einfach nur so lange an meinem liebsten Strand sitzen und die Burg anschauen, bis das Meer mir die Kraft zurück gegeben hat, die mir in den letzten, wer weiss wievielen Jahren, abhanden gekommen ist.

Ich wünschte ich könnte unabhängig sein, in Gedanken und Tun, könnte klar Stellung beziehen, angstfrei sein. Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn ich nicht Ehefrau und Mutter wäre. Allein in einer Altbauwohnung mitten in der grossen schönen oder irgendeiner anderen Stadt – vielleicht am Mittelmeer in einem kleinen Loft über dem Marktplatz. Die Treppen runterlaufen, die Türe aufstossen und mitten im Leben sein.

Die Sehnsucht in mir zu fliehen, die Wut darüber, dass meine Wünsche, Träume, Hoffnungen der Pflicht, meiner Verantwortung und Funktion untergeordnet sind, weil kaum einer meiner Gedanken zu Ende gedacht werden darf, ständigen Fragen und der Bitte, nein, der Forderung nach Antworten zum Opfer fällt, die mit mir so garnichts zu tun haben scheinen – und dann wieder die Angst, derlei Gefühle überhaupt zu haben, denn wenn sie jemand, eine höhere Macht hört, dann werde ich vielleicht gestraft, wird mir alles genommen, was ich liebe. Und natürlich liebe ich sie alle,so sehr ein Mensch nur lieben kann, würde sie, sofern es in meiner Macht steht, niemals niemals gegen etwas anderes eintauschen – ich wünschte nur, ich dürfte ein wenig mehr ich selbst dabei sein.

Wer bin ich denn eigentlich? Bin ich die Ehefrau, die ihren Mann nach Geld fragt, wenn sie welches haben möchte und sich dann schlecht fühlt, weil sie sich eine Kleinigkeit nur für sich geleistet hat. Bin ich die Mutter, die sich nach Kräften bemüht, ihren Kindern all das zukommen zu lassen, was sie selbst als Kind vermisst hat? Bin ich die verruchte Geliebte, die sich vor scheinbar unendlich lang vergangener Zeit unter bewundernden, verschlingenden Blicken aus warmen Laken gerollt hat und nach einer letzten Zigarette das Schlachtfeld verlassen (und oft nie wieder betreten) hat? Bin ich der Barkeeper, der in euphorisierenden Nächten Cocktails ausgeschenkt hat und sich dann und wann zu einem Lied auf die Tanzfläche gestohlen hat, um die Lebensfreude der anderen mit der eigenen im Takt der Musik zu vereinen? Bin ich nicht auch das lebensfrohe, unbekümmerte Kind, selbst wenn ich voller Selbstmitleid in der Ecke meiner Couch sitze und darauf warte, dass sich nicht mehr nur meine Gedanken, sondern auch das dazu gehörige Fleisch bewegen wird?

Aber kaum sind diese Gedankenblitze kurz aufgetaucht, sind sie schon wieder weg und ich backe weiter den Sonntagskuchen, den wir nachher vom Sonnenschein ummantelt in froher Runde zu uns nehmen werden.