Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Urlaub unter Freunden 24. Januar 2012

Filed under: Hey there,Schallalalala — palmenstrand @ 11:28 am
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So lange ich denken kann ist für mich die Adelung einer Freundschaft das „gemeinsam in den Urlaub fahren“.

Nicht dass ich eine Erklärung dafür hätte, aber die Vorstellung mit Menschen, die mir wichtig sind und denen auch ich etwas bedeute, gemeinsame Urlaubserlebnisse zu teilen, war für mich immer auch verbunden mit einem Gefühl der inneren Wärme und des Glücks.
Im vergangenen Jahr waren wir mit sehr lieben Freunden im Urlaub – wir haben uns wunderbar verstanden, viel gelacht, gegessen, abends (mindestens) ein Fläschen Wein gekillt, Garnelen gepuhlt, am Gaskocher gekocht und es sehr nett gehabt miteinander.
Seit einigen Tagen ist raus, dass wir auch in diesem Jahr wieder gemeinsam verreisen.
Und jetzt fühle ich mich, als ob in mir drin jemand eine Lampe angemacht hätte. Schön. ist. das. Juche!

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Ach ja, doof 30. April 2010

Filed under: Oups! — palmenstrand @ 6:44 pm
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Ich habe eine Freundin, die nicht weit weg wohnt und die ich wirklich gerne mag. Die Familien passen recht gut zusammen, die Mamasitos spielen und alles in allem sind unsere Zusammenkünfte immer sehr erfreulich, entspannend und überaus schön.
Im Laufe unserer Freundschaft ist mir jedoch aufgefallen, dass sie nie hier zu uns kommen möchte.
Bereits mehrfach habe ich sie darauf angesprochen, immer ein bisschen mit einem Augenzwinkern, aber ich hätte gerne gewusst, woran es liegt.
Klar, unser Heim hat nicht die Grösse eines Schlosses, ich bin nicht permanent am Putzen, schon allein, weil mir die Zeit fehlt, aber natürlich wird aufgeräumt, bevor Gäste kommen, so dass sich keiner zwischen Wäscheberge und Kinderbuchhaufen quetschen muss – dazu gibt es meistens frisch Gebackenes, Diverses aus der Saftbar, unterschiedlich dynamisches Wasser, Obst und Knabberallerlei.
Bei schlechtem Wetter Couchlandschaft, bei gutem mediterranes Terrassenfeeling.

Wenn man all das weglässt bleibt immer noch eine super nette, ambitionierte Gastgeberin, mit der man famose Gespräche führen und sich wohl fühlen kann.
Ich will mich da nicht beweihräuchern, aber ich bin wirklich gerne Gastgeberin und ich freue mich, wenn ich den Menschen, die bei uns ein und aus gehen (andere kommen!) etwas Gutes tun und dazu beitragen kann, dass sie sich hier wohlfühlen.

Für heute waren wir hier verabredet – Garten, hangout, Kinderspass, etc.

Eine halbe Stunde vor Eintreffen meiner Gäste, für die ich natürlich aufgeräumt, gewischt und anschliessend gebacken hatte, der Anruf:
– „Du, könnten wir uns vielleicht kurzfristig doch bei uns treffen?“
– „Äh, ääääh, warum denn das jetzt?“, frage ich einigermassen irritiert, aber auch mit schwellendem Wutkloß im Hals.
– „Ja weisst Du, am Sonntag (!!) kommen meine Schwiegereltern und wenn wir uns bei mir treffen könnten, dann würde ich nebenbei schonmal ein bisschen aufräumen und die Wäsche machen.“
– „Du, äh, nein, eigentlich, weisst Du, ich habe die Terrasse nett hergerichtet, Kuchen gebacken, es steht alles hier, die kids freuen sich – eigentlich fehlt nur noch Ihr“ – dabei lache ich ein überzeugendes, freundliches, „das wirst Du mir jetzt nicht antun Lächeln“ und warte mit zusammengebissenen Zähnen auf ihre Antwort.
– „Ach, Mensch, ja, das tut mir jetzt leid, aber ich glaube, dann müssen wir Dir für heute absagen, ich schaffe das sonst alles nicht mehr bis Sonntag!“
– „Ähhm, Christl, sage ich sprachlosdas ist jetzt ein Scherz, oder? Äh, wie gesagt, ich habe Kuchen gebacken, in 20 Minuten wolltet Ihr schon hier sein und davon abgesehen ist doch bis Sonntag auch noch ein bisschen Zeit oder?“
– „Ja klar, (ah, dachte ich, jetzt kommt sie zu Verstand) und es tut mir auch wirklich leid, aber weisst Du, wir wollten morgen eigentlich gemütlich frühstücken und vielleicht zum Maifeiertag eine Radtour zum Maibaumaufstellen machen, dann schaffe ich das alles nicht mehr, und Du weisst ja, mein Schwiegervater flippt immer völlig aus, wenn auch nur ein Staubkorn rumliegt“

Ich habe mich dann nach einigen Floskeln verabschiedet und sitze seitdem mehr oder minder sprachlos auf meiner Couch.

Als ich angefangen habe, diesen Blogbeitrag zu verfassen, ging es mir eigentlich vor allem um die Frage, warum sie nie zu mir kommen mag, ob das an unserer Wohnung liegt, die ihr vielleicht zu durchschnittlich, zu schwedenlastig oder einfach zu wenig durchgestyled ist – aber im Laufe der Rekapitulation dieses absolut absurden Telefonats bin ich jetzt doch bei der Frage angelangt, ob das nun eine weitere Freundin ist, die eigentlich garkeine ist.
Und wie es mir damit geht.
Und warum das dauernd mir passiert.
Und, ob ich vielleicht keine gute Freundin bin.
Und, ob ich es nicht verdiene, auch eine gute Freundin zu haben.
Und, ob ich mir jetzt einfach mal eine grosses Flasche Glas Rotwein einschenke und es mir dann gemeinsam mit den Resten meines Erdbeerkuchens ein bisschen gemütlich mache – ist ja auch nett… ach Scheisse! Echt jetzt mal!