Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Ich liebe deutsche Land… 7. Juli 2010

Ich tue mich sehr schwer, mit dem Deutsch – sein und kann mich, solange ich zurückdenken kann, erinnern, dass ich mich immer bemüht habe, so wenig es geht, als Deutsche aufzufallen.
Schon als Kind war ich völlig im Wahn, wollte im Ausland möglichst alles in der landeseigenen Sprache sagen und aufgrund eines wunderbaren Talents war mir das dann ab dem Schulalter zumindest in Englisch, Französisch und Italienisch durchaus möglich. Nicht perfekt, aber doch so, dass ich mich gut durchbringen und mir noch dazu den Respekt der Einheimischen verdienen konnte.

Deutsche Fahnen auf Autos, von Balkonen hängend, Deutschlandtrikots in allen Varianten, womöglich noch mit nem Adler vornedrauf, Flaggen im Vorgarten gehisst…brrr
In den USA, in Frankreich, in Italien, ja sogar in Holland komme ich damit gut klar – in Deutschland ist das für mich immer mit Zusammenzucken und Ungutsgefühl verbunden.
Darf man als Deutscher freudig Fahne wedelnd durch die Gegend laufen? Ich weiss das immer nicht so genau!
Vor dem Argentinien-Spiel habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine deutsche Fahne gekauft – nein das stimmt nicht:  es sind 10 kleine Flaggen gewesen, die ich zumal wir ja Gäste hatten, formschön dekoriert habe. Das Spiel hat durchaus zum Patriotismus beigetragen – dennoch – ich bin da vorsichtig.

Im Urlaub also, ich hatte das angesprochen gab es einige Deutsche, die mich, gelinde gesagt in den Wahnsinn getrieben haben!!
Es gibt sie ja, die Franzosen und Italiener und vermutlich auch andersstaatliche, die mundfaul in fremden Sprachen sind, aber diese Ignoranz, diese Frechheit…!!!
Ein Beispiel:
Die komplette Palmenstrandfamilie sitzt in einem Restaurant, wir essen lecker Essen, es geht die Tür auf:
„GRÜSS GOTT!!!“ (da könnte ich schon reinschlagen!)
ein zweiter kommt hinterher
„Nabend miteinand'“
die Damen in holder Eintracht:
„guten Abend“

Ganz im Ernst jetzt mal.

Man muss nicht völlig sprachbegabt sein, um sich in der Landessprache ein „Guten Tag“ rauszusuchen.

In Ländern wie Italien und Spanien ist das mit „Ciao und Holà“ vergleichsweise einfach, in englischsprachigen Ländern kann man auch annehmen, dass jeder Depp es zu einem „Good evening“ oder wohlmeinenden „hello“ bringt.
Aber nein: solange wir im Urlaub waren, und das ist kein Witz: die Deutschen sind immer reingekommen und haben „guten Abend“, „guten Tag“ etc. gesagt.
Mich macht das irre.
Schlimmer noch fand ich den Herrn am Nebentisch, der ein alkoholfreies Bier bestellt haben wollte. Dazu sagte er, man rät das schon:“ I hätt gern ä alkoholfreis Bier bittschön, seiens so guat“
Die Bedienung, mässig der deutschen, aber sicher nicht der bayerischen Sprachfärbung mächtig, erwidert in der Landssprache, die, so würde ich vermuten, auch für einen Nichtsprachler verständlich ist (ich kenne das Wort BIER in 10 verschiedenen Sprachen ohne jemals eines zu trinken) „Bier ohne Alkohol“ – der Mann antwortet auf deutsch „ä Clausthaler halt, oder wos Sie halt do ham“       die Bedienung versteht nur Bahnhof und sie versucht es erneut in der Landessprache, ganz langsam:   „Bier ohne Alkohol???“
„SI“ anworten wir von hinten, um dem Elend ein Ende zu bereiten…

Während des ganzen Aufenthaltes sind uns sicher 20 Menschen begegnet, die im Supermarkt an der Wurst und Käsetheke ungeachtet der der Tatsache, dass sie sich in einem fremdländischen Einkaufsetablissement befanden, stur auf deutsch         (man könnte meinen, sie versuchten es wenigstens auf englisch, geradebrecht, aber vielleicht dann ohne dieses selbstredende „Sie verstehn mich schon“)            gefragt haben, was in der Salami drin ist, oder dass sie gerne 200 Gramm von dem Schinken dahinten haben möchten. Nein, von dem da ganz links, nein, der daaaa!!!
Vielleicht bin ich zu empfindlich, aber ich finde das vermessen und regelrecht zum Kotzen!

Der schlimmste von allen war ein Mann, der abends beim Spiel, Deutschland gegen Frankreich, während einer der schwarzen Spieler von Frankreich eingeblendet wurden, hämisch gelacht hat und gesagt hat:
„Ha, der hat mir doch heute am Strand versucht, ein Handtuch zu verkaufen, haha haha!“

Nichts desto Trotz: ich hoffe, das wird heute abend ein tolles Spiel – ich werde ganz vorsichtig mit meinem Fähnchen wedeln und mich dabei einfach freuen, dass unsere Jungs bisher so klasse gespielt haben!

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Olé olé olé 11. Juni 2010

Filed under: Hey there,love it,Schallalalala,Song of the day — palmenstrand @ 8:45 am
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Beim Eurovision Song Contest fand ich das Lied ja eher bescheiden, aber ab heute wirds zum Hit, ich bin mir sicher!

Liebe Grüsse aus der Ferne, ich bin sehr gespannt, wie die hier Fußball zelebrieren – wir tun es auf jeden Fall!