Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Gewonnen, gewonnen, gewonnen 29. Mai 2010

UNFASSBAR!!! LEEEENAAAAAAAAA!!! LEEEEEEENAAAAAAA hat gewonnen!!!!

So strahlend, so locker und charmant – Lena, Lena, Lena, Lena!!! Völlig berauscht (und das nicht nur vom Wein), es war wirklich ein grossartiger Eurovisionsabend, mit teilweise sehr guten Beiträgen (ich habe mich ja in den Zyprioten verliebt).
Lena hat gewonnen, das ist doch der absolute Hammer oder?!?

Herzlichen Glückwunsch, das war wirklich mal großartig!! Schallalischallala!

 

Der Eurovision Song Contest

Hach, wie war das noch schön, bei Mama und Papa zu Hause.
Schnittchen auf dem Wohnzimmertisch, selbstredend hockte die ganze Familie auf der Couch, um dem grossen Ereignis beizuwohnen, es war der Grand Prix d’Eurovision de la chanson und der wurde angeschaut, das gehörte dazu, Fernsehhighlight und basta.

Ich kann mich erinnern, Johnny Logan hat mit „Hold me now“ gewonnen – gerade mal nachgeschaut, das war 1987, da sass ich, vor lauter Rührung völlig in Tränen aufgelöst, vor dem Bildschirm – es war das erste Jahr, in dem ich den Grand Prix ganz alleine geschaut habe, weil alle anderen Familienmitglieder, mit der Tradition brechend, ausgeflogen waren. „I hope at last you find, what you’ve been searching for, but I won’t be there anymore, and I will AL WAYS LOOOOOOOOOOOOOOOOVE YOUUUUUU“ – OH MEIN GOTT!!! *schluchz*

In den Jahren danach habe ich mich mit gleichgesinnten Freundinnen und Freunden getroffen und wir haben Jahr für Jahr Schlagerparties im grossen Stil veranstaltet: mit Fähnchen und Wimpeln und Tröten und jeder Menge völlig wahnsinniger Mitstreiter.
Der Grand Prix ist Kult, keiner hat das Ganze wirklich ernst genommen, wir sind auf einer nostalgischen Welle geschwommen, haben Geschichten über frühere Beiträge hervorgekramt „wisst Ihr noch“ „habt Ihr damals auch“ – es war eine wunderbare Möglichkeit, zusammen zu kommen und Spass zu haben.
Es wurde gewitzelt und gelacht, Wetten auf den Sieger abgeschlossen, hysterisch über Frisuren und Outfits der Interpreten gelästert und nebenbei Chips und später allerlei Hochprozentiges in sich aufgenommen.

Aber wenn dann der Moment gekommen war, in dem feierlich die Punkte vergeben werden, dann war das ein grosser Moment und die Spannung, die sich bis dahin aufgebaut hat, kaum noch auszuhalten.
Atemlose Stille,“psst“, Raunen, Jubel und gleich wieder waschweibartige Proteste über die Frechheit einer Nation, einer anderen die ganz offensichtlich falsche Punktzahl zugeteilt zu haben.

Wir machen heute abend grosses Kino: die Mamasitos dürfen länger aufbleiben, es gibt allerlei Knabberzeugs, für die Kids Kindersekt – und natürlich eine grosse Häppchenplatte mit aufgeschlitzten Gurken und Maiskölbchen dazwischen – mal sehen, wer bis zum Schluss durchhält, oder ob wir am Ende alle auf der Couch liegen und pennen.
Meine Tante, die gleichzeitig sowas wie meine beste Freundin ist, und ich werden eine Standleitung unterhalten und uns nach jedem Lied mitteilen, welche Chancen wir dem Ganzen einräumen (und wie üblich gänzlich unterschiedlicher Meinung sein) und bei der Punktevergabe werden wir uns auch ausgiebig darüber austauschen, was sich die einzelnen dabei wohl gedacht haben.
Ich glaube, das wird sehr nett!

Was den Sieg angeht, bin ich in diesem Jahr völlig unentschlossen. Ich glaube tatsächlich, dass Lena Chancen hat – gestern abend habe ich ein TV total special aus Oslo gesehen, dabei habe ich mir fast in die Hose gemacht, vor Lachen. Sie ist wirklich sehr speziell, aber sie ist witzig und kann ungeheuer bezaubernd sein. Die anderen Teilnehmer sind eher typische Grand Prix Teilnehmer. Grosse Gesten, grosses Kino, schwülstig und kitschig. Keine Ahnung, was da am besten gefällt.

Aber weil es so Spass macht, tippe ich jetzt die ersten 5:

Ich mag sehr gerne den belgischen Beitrag, das ist so eine Mischung aus Jason Mraz und Milow, die ich beide toll finde.

Lena ist einfach ziemlich gaga, ich glaube, die Leute werden auf sie stehen und das Lied ist schon auch ganz gut und eingängig

Spanien finde ich ganz interessant. Es ist spanisch, mit intensivem Gesang, eingängig und bewegend – vielleicht ein bisschen zu viel, aber die Geschmäcker sind ja so unterschiedlich, also ich glaube, der hat gute Chancen.

Wenn der israelische Sänger heute abend nicht wieder alle Töne versemmelt, finde ich ihn auch ziemlich gut.

Und auch wenn es noch eine Ballade ist, aber mir gefällt der irische Beitrag auch ganz gut –

allerdings kann ich mich nicht entscheiden, ob ich den dänischen Beitrag nicht doch noch besser finde.

Hach, ich bin wirklich hibbelig und sehr gespannt!!

Übrigens, mein heimlicher Favorit war natürlich Hollands Beitrag, der nun bedauerlicher Weise nicht den Weg ins Finale gefunden hat – aber das wird der ungekrönte Sommerhit werden, da bin ich mir völlig sicher.