Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Im Märzen… 29. Februar 2012

Filed under: Hey there — palmenstrand @ 9:11 pm
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… ich freue mich da ja seit Weihnachten drauf;          wenn bei mir ab 06.Januar as soon as the Weihnachtsbaum flies on the Terrasse, die ersten Tulpen den Frühling im Haus verkünden, freue ich mich auf den Frühling.

Palmenstrands Liegestuhl steht und gemeinsam durften wir die erste Sonnensession erleben.

Die ersten Schneeglöckchen strecken schon jetzt ihre Köpfchen raus, die lassen mein Herzchen hüpfen und spätestens wenn die Krokusse auftauchen, stehen bei uns Tag und Nacht alle Türen auf und ich hole die FlipFlops aus dem Keller.

Gleichzeitig fürchte ich mich seit dem vergangenen Jahr vor dem ersten März – denn ab da sind es nur noch etwas mehr als 2 Wochen bis zum Todestag meines geliebten Papas – so viele Erinnerungen kommen hoch, an die vergangenen 2 Jahre ohne ihn, an meinen letzten Besuch, an die Dinge, die mir so an ihm fehlen, noch immer gibt es Momente, in denen mir Schmerz und Trauer  regelrecht die Luft zum Atmen nehmen.Ausnahmezustand. Paradox, denn das gerade jetzt.

Es ist Frühling, das Leben beginnt. Trotz allem.

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Mein Papa hat heute mein Leben gerettet… 9. November 2010

Filed under: Autsch!! — palmenstrand @ 12:53 pm
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Heute wurde ich aufgrund meiner handwerklichen Begabungen in den Kindergarten gerufen, um ein paar Löcher zu bohren, Spiegel aufzuhängen und zu guter Letzt im Keller die ein oder andere Glühbirne auszuwechseln. Mit Erstgenanntem war ich im Handumdrehen fertig, blieb der Keller.

Die ersten zwei Glühbirnen mussten nur raus und wieder neu reingedreht werden, die dritte galt es erst einmal hinter Gitter und Glas herauszuschälen. Kaum hatte ich das erledigt, fiel mir der Glaskörper der Birne auch schon gleich entgegen. Na wunderbar, das Metall steckte noch fest.

Ich kann sowas nicht unerledigt lassen, ohne es wenigstens zu probieren, also ran an die Zange und ran an die Lampe.

 Unmittelbar bevor ich mit der Zange die Überreste der alten Glühbirne berühre, höre ich meinen Vater –

unendliche Stunden habe ich mit ihm in seiner Werkstatt verbracht, unendliche Male habe ich ihm beim Reparieren der verschiedensten Geräte zugesehen und unendliche Male habe ich gehört, wie er zu mir gesagt hat:“ Und wenn man an Geräten arbeitet, die im Strom stecken –  immer DIE da verwenden“ – und dabei hat er die Werkzeuge mit den isolierten Griffen hochgehalten und weitergearbeitet.

„Denk dran, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer, immer DIE da verwenden!“

„Ja, Papa!“ – lege die gerade erhobene Zange weg, greife nach der isolierten und in dem Moment, in dem ich damit die Birne berühre, fliege ich, begleitet von einem ohrenbetäubenden, flammenden Knall gegen das hinter mir stehende Regal, schreie, lasse alles fallen, sitze zwischen herunterstürzenden Spielsachen und alles um mich herum ist dunkel.

Mir ist nichts passiert, die Wucht des Schlages – um mich vom Fleck zu katapultieren gehört schon etwas, die unglaubliche Lautstärke aber vor allem die Stimme in meinem Kopf haben mich so dermassen unter Schock gesetzt, dass ich für Stunden nur noch heulen möchte.

Danke, Papa!

 

Wunderschön 4. Oktober 2010

Filed under: Hey there,Schallalalala — palmenstrand @ 7:17 am
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Eine Freundin, nein, die kleinere Schwester meiner besten Freundin vom Kindergarten bis zum Eintritt ins Gymnasium, die Tochter der ehemals guten Freundin meiner Mutter, Tochter aus gutem Hause, aufgewachsen in einem konservativen Nichtganzgaberfastgroßstadtvorort – Sie verstehen, alles eng verbandelt also –

hing, Erzählungen nach, lange an der Nadel.

Sie war zwischendurch gänzlich von der Bildfläche verschwunden, niemand wusste genaues, Berichten zu Folge schrie sie jedoch nachts auf dem viel frequentierten Bolzplatz nach Stoff und hielt die gesamte Nachbarschaft in Atem. Ein Absturz der so tragisch war, dass ich ihn kaum verkraftet hatte, denn nicht nur sie, sondern auch die grosse Schwester, also meine eigentliche Freundin, sollten im Drogensumpf versackt sein – alle Voraussetzungen gegeben, um das Beste aus dem Leben zu machen und dann…

Heute, nach so viele Jahren ist sie, die jüngere (in meinem Leben) wieder aufgetaucht, wunderschön, strahlend lächelnd – und ist Lehrerin, die in einer ganz besonderen Organisation Schülern hilft, die als unbeschulbar gelten.

Seit 20 Minuten sitze ich hier und weine, vor Glück und Freude und weil das Leben manchmal wirklich schön ist!!! Irgendwann werde ich auch nach ihrer Schwester fragen – bis dahin hoffe ich, dass es ihr auch gut geht!

 

Ich stehe 11. August 2010

Filed under: Hey there — palmenstrand @ 11:11 am
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So kann man das wohl nennen. Ich stehe und laufe langsam los. Manchmal, wenn mich ein Funke Begeisterung packt:“Mensch, das geht ja doch wieder, weiter weiter!!!“, kommt sofort das Mißtrauen:“Abwarten, bisher wars ja immer so zwei Schritte vorwärts, einen zurück, das wird auch jetzt so sein!“ und lässt mich verunsichert zurück.
Manchmal ist das dann auch so – zu viel rächt sich, wirft mich zurück, aber Gott sei Dank nicht mehr so sehr – dennoch… ich habe das Vertrauen noch nicht wieder gefunden, weiss noch nicht wieder, was ich mir zumuten kann, nicht mehr, wer ich bin.
Wie wird es jetzt weitergehen? Wann werde ich stabil sein und was heisst „stabil“?
Bedeutet das, dass ich in mein altes Leben wieder zurückkehren kann, bedeutet es, dass ich mein altes Leben so ändern muss, dass es zu meinem sensiblen Seelchen passt – aber macht mich das glücklich?
Und wenn nicht – was ist dieses neue Leben dann wert?

Das Studium soll ich abbrechen, sagen alle, oder wenigstens aussetzen für ein Semester, fügen sie dann mit Hinblick auf die trauergeschwängerte Panik in meinen Augen hinzu.
Den Job habe ich ja schon geschmissen und auch den Wochenendjob habe ich wieder sein lassen. Aber das Studium?
Seit Beginn des ersten Semesters bin ich wieder ich. Nur ich. Nicht „Muttervon“ nicht „Frauvon“ nichts mehr von allem, was ich vorher war. Wie ein Rundumneubeginn – und der war, ist mir so wichtig.

Neuorientierung ist nicht nur leicht, vor allem, wenn man noch im Dunkeln tappt. Ich stehe. Das ist schon mehr, als ich vor einigen Wochen erwartet habe. Nicht so dahingesagt, ich dachte wirklich, das wird nie mehr – selbst jetzt muss ich mich manchmal bemühen, die Fortschritte zu sehen und anzuerkennen, mich daran zu freuen, ohne gleichzeitig das Gefühl zu haben, „funktionieren zu wollen“ – oder zu müssen?

Ihre, Eure Mails und Kommentare haben mich so sehr berührt. Fremde, die kurze, aber liebevolle Worte finden, an mich denken, Verständnis haben und mich aufbauen, mir das Gefühl geben, nicht alleine zu sein.
Ich hätte das nie gedacht, noch weniger erwartet, aber das hat mir unendlich viel gegeben – Danke! Von Herzen!

 

Früher war alles anders = besser?!?! 17. Mai 2010

Filed under: Hey there — palmenstrand @ 9:32 am
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Mir ist aufgefallen, dass ich in den vergangenen Wochen häufig nostalgisiert (gibt es dieses Wort? Mir gefällt es jedenfalls gerade!) und verglichen habe, wie sich meine Kindheit und die meiner Kinder von einander unterscheiden.
Damit meine ich ausnahmsweise nicht den erzieherischen Part, den wir, so hoffe ich, auch etwas anders angehen, als das bei mir war, sondern das aussen herum.

Als ich ein kleines Mädchen war, gab es noch Bäcker. Das Brotangebot im Supermarkt erstreckte sich vom Toast- über das Knäckebrot, es gab Pumpernickel und eine sehr kleine Anzahl an anderen abgepackten Brotsorten.
Brot wurde beim Bäcker gekauft und wo Bäcker draufstand war auch einer drin.
Ich kannte die persönlich, sie kamen während des Einkaufs immer mal wieder bemehlt mit weissem Hütchen auf dem Kopf aus der Backstube.
Letzte Woche kam eine Bekannte zu Besuch und brachte eine Tüte Brezeln und Brötchen mit. Sie schwenkte die Tüte und jubilierte, sie habe einen Bäcker gefunden, der noch selbst backt!!! Ist es nicht eigentlich völlig unfassbar, dass man sich darüber freut, dass man einen ECHTEN Bäcker gefunden hat? Ich finde das total schräg!
Echt jetzt mal – man kann (selbst in Bio – Qualität) von überall auf der Welt Lebensmittel kaufen – das hat Vor- aber natürlich auch Nachteile, wenn man darauf achtet, woher man seine Lebensmittel bezieht, hat es in meinen Augen überwiegend Vorteile, aber das spielt eigentlich keine Rolle.
Ein Teil dieser Entwicklung heute zeichnet allerdings dafür verantwortlich, dass es sich kaum noch lohnt, als Bäcker in einer Backstube tätig zu sein und das finde ich (nicht nur für die Bäcker selbst natürlich und die Qualität der Backwaren) zum Kotzen, sondern für die Kinder!
Ich finde es so schade, dass die Kinder selbst beim Biobäcker nur die nette Frau an der Theke sehen und kennenlernen und nicht mehr das Gefühl von Backhandwerk, einen Eindruck von der Arbeit, die dafür getan wird, etc. mitbekommen.

Das gleiche beim Metzger. Die Tage habe ich eine Kochsendung im Fernsehen gesehen. Der Koch ging in einen grossen Supermarkt an die Fleischtheke und bestellte Hackfleisch. Die Frau hinter dem Tresen sagte ihm, dass er das Hackfleisch dort vorne bereits fertig verpackt im Kühlregal fände.
Das alleine finde ich schon so aarrrrrrrrrrghhhh.
Mir fehlen die Worte, aber es beschleicht mich dabei ein ungutes Gefühl.
Der Koch hat die Frau dann Gott sei Dank gebeten, ob sie ihm das Hackfleisch auch frisch durchlassen könnte, was sie dann auch getan hat – trotzdem!! Das verkommt zu Ware, Ware im Regal, abgepackt, verschweisst im Einheitsregal.
Was dahinter steckt, vielleicht meine ich damit auch eine Form von Respekt gegenüber dem Produkt, geht dadurch komplett verloren.
Ich bin früher mit einem Stoffbeutel zu unserem Metzger um die Ecke geschlendert, der hat selbst geschlachtet und kannte die Kuh mit Namen.
Dazu muss ich sagen, dass wir nicht auf dem Dorf gewohnt haben – sondern in einer Stadt mit fast einer halben Millionen Einwohner.
Man kam in die Metzgerei und war umgeben vom frischen und appetitlichen Geruch der Wurst und des Fleischs, der Metzger hat Kochtips gegeben, den Kindern ein Wienerle in die Hand gedrückt, dass unsere Eltern uns mit gutem Gewissen essen lassen konnten, und dann sind wir, nicht ohne noch Grüsse für den Rest der Familie in Empfang zu nehmen, wieder nach Hause gegangen.

Gestern abend habe ich auf Youtube nach kleinen Filmsequenzen von den Muppets gesucht und bin über die erste deutschsprachige Muppetshow – Folge mit Peter Alexander gestossen. Ich war so ergriffen, das war so ganz klassisches Fernsehen der damaligen Zeit.
Irgendwie langsamer, ein bisschen rührselig, ein bisschen albern, aber gutes, altes, harmloses Fernsehen. Ich habe die Muppets als Kind geliebt – meine Mutter mochte es nicht, wenn wir Fernseh schauten – sonntags war aber der Ausruhtag meines Papas und der brauchte zum Ausruhen häufig den Fernseher und dann schauten wir alle zusammen Muppets, oder Raumschiff Enterprise, oder rauchende Colts, oder Daktari oder Dick und Doof oder so.
Es gab damals nur drei Sender, amerikanisches Serienhighlight waren Denver, Dallas und Falcon Crest – Fernsehen war persé ein Highlight und nicht so „dazugehörig“ wie heute, bilde ich mir ein.
Und natürlich fröhne ich persönlich jetzt als Erwachsene ab und an dem Couchpotatotum und sauge dabei Greys, und wie sie alle heissen, in mich auf – aber wenn es um das Angebot für Kinder geht, also im Vergleich zu den Sendungen, die heute für die Kleinen angeboten werden, finde ich die alten Sachen viel viel schöner, liebevoller und sorgfältiger gestaltet.
(damit meine ich zum Beispiel: Das feuerrote Spielmobil, Rappelkiste, die Muppets, Uhlenbusch, die alten tschechischen Märchenproduktionen und selbst die Sesamstrasse fand ich früher irgendwie netter (Muppetslastiger, kann das sein??)).

Um beim Fernsehen zu bleiben; was habe ich diese Samstagabende genossen, an denen die ganze Familie zusammenkam, der Couchtisch voller Schnittchen stand, Papa das obligatorische Bierchen bekam und wir frisch geduscht im Bademantel noch ein bisschen „Einer wird gewinnen“, „Dallidalli“ oder „Der grosse Preis“ schauen durften.

Ein bisschen ähnlich finde ich, ist es mit der Musik. Jetzt bin ich natürlich ein besonderer Fan älterer Musik (Elvis, Monkeys, Beatles, Stones, Eric Clapton, Dean Martin, Frank Sinatra, Shirley Bassey, Bing Crosby, Barbra Streisand, Joan Baez, Cat Stevens, Bob Dylan, Led Zeppelin, Deep Purple,…), aber ich bin auch davon überzeugt, dass es diese ist, die einen ganz besonderen Wert hat, die die Jahrzehnte weiter überleben und immer wieder als beispielhaft herangezogen werden wird. Nicht nur wegen der Songs sondern sicherlich auch wegen des Zeitgeistes – ich bezweifle, dass in 50 Jahren von Lady Gaga gesprochen werden wird – nichts gegen Lady Gaga, aber Sie verstehen schon?!?

Ich sehe mich, bzw. uns als Eltern natürlich vor allem in der Pflicht, unseren Kindern Qualität zu bieten, dazu gehört für uns ein intensiver Umgang mit der Natur – wir haben einen Garten, ziehen unser eigenes Gemüse, Obst und Salat, gehen bei jedem Wetter raus und viel in den Wald und bemühen uns durch die Bücher, Spiele & Unternehmungen, die wir den Kindern anbieten, Werte zu vermitteln, die uns wichtig erscheinen
(ok, jetzt verfranse ich mich, irgendwie komme ich nicht dahin, wo ich hin möchte)

aber das Langsame, das Unbeschwerte, Unschuldige, diese scheinbar heile Welt, die ich als Kind erleben durfte, selbst ohne gänzlich von den Medien ferngehalten zu werden, so ganz besondere, dauerhafte, ein Leben lang begleitende Impressionen – ich finde es nicht zuletzt aufgrund vieler heutiger Gegebenheiten (platt: der Schnelllebigkeit) sehr sehr schwer, das auch an meine Kinder weiterzugeben.

 

In Liebe 22. März 2010

Filed under: Song of the day — palmenstrand @ 5:00 pm
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Es ist Zeit für einen Song of the day!!!f 23. Februar 2010

Nachdem ich gerade 2 Stunden lang mit meinem ehemaligen room – mate geskyped habe, und mich dabei gefühlt habe, als wäre ich wieder im Jahre 1993, die commune sitzt auf der Terrasse und grillt, ich rauche Marlboro lights, trinke Mountain Dew und überall stehen Tüten von Tostitos oder Nachos.

Wir quatschen eine Menge verrücktes Zeug, lachen unentwegt, so richtig von innen heraus, gluggsend, voller Freude und ohne jede Last von Verantwortung, sind einfach da und leben.

Ich liebe diese Erinnerungen, Palmenstrand deluxe – und zu diesen Erinnerungen gehört dieses Lied!

Thank you G.E.!!