Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

BUCHTIP – BILAL 7. September 2010

Filed under: Autsch!!,Hey there,love it — palmenstrand @ 2:13 pm
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Vor vielen Jahren schon habe ich diesen Namen kennengelernt, weil mein Vater sein erstes Pferd so taufte, da es pechschwarz mit vier weissen Stiefeln war. Bilal soll nämlich, so lautet eine Überlieferung, der erste dunkelhäutige Anhänger des Propheten Mohammeds gewesen sein.

Als ich Anfang des Jahres die Buchkritik eines Buches mit Titel „Bilal“ hörte, war ich aufgrund meiner Erinnerung an dieses wunderschöne Pferdchen, das wir alle sehr geliebt und bewundert haben, gleich sehr interessiert – als ich hörte, wovon es handelt noch umso mehr…
Jetzt habe ich mich endlich rangemacht und ich habe es nicht bereut. Es ist kein Buch für zwischendurch, das gleich vorneweg – aber es lohnt sich, sich dran zu setzen!

Bilal von Fabrizio Gatti

Fabrizio Gatti, ist ein Wahnsinniger begnadeter und furchtloser Journalist, der sich unter falschem Namen in Situationen einschleust, die sagen wir nicht im unmittelbaren, öffentlichen Fokus stehen, jedoch dringend mal beleuchtet werden sollten. So hat er sich an anderer Stelle früher schon als illegaler Erntehelfer ausgegeben, in Obdachlosenquartieren und in einer Strafanstalt, sowie in Mafia- und Drogenkreisen gelebt und darüber jeweils in Büchern oder Artikeln berichtet.

In diesem Buch gibt er sich nun also als Migrant „Bilal“ aus und beginnt zusammen mit anderen eine Reise, die von Dakar im Senegal, den Niger, über die Sahara, Libyen und Tunesien nach Lampedusa führt und von dort nach Rom, dem ersehnten Ziel dieser jungen Männer, die Afrika verlassen wollen.

Er berichtet von seiner Reise im Stil einer großen Reportage, die zeitweise Züge eines Abenteuerromans annimmt und den Leser ungeachtet der Tragik der Geschehnisse von der ersten bis zur letzten Sekunde fest im Griff hat.
„Bilal“ ist spannend, bewegend, erschütternd, aufwühlend, es macht wütend, traurig, rüttelt auf und ist trotz des harten „Stoffes“ unbedingt lesenswert!!

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Buchtip 23. August 2010

Filed under: Hey there,love it — palmenstrand @ 6:18 pm
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Für Freund/innen der eher leichten, lockeren und witzigen Literatur kann ich die Bücher von Kerstin Gier empfehlen.
Viele Monate, wenn nicht sogar ein oder zwei Jahre stand das Buch „Die Müttermafia“ ungelesen in meinem Bücherregal. Irgendwie wollte ich diese „typische“ Mütterliteratur einfach nicht lesen, ich habe mich regelrecht dagegen gewehrt.
Jetzt aber, in dem Bedürfnis, mein Hirn anzustrengen, aber eben nicht zu sehr, habe ich es wieder hervorgekramt und dabei immer wieder vergnügt vor mich hingekichert. Ratzfatz war das Buch ausgelesen und durch Zufall bin ich dann dahinter gekommen, dass dieses Buch noch 2 Nachfolger hat.
Nämlich „Die Patin“ und „Gegensätze ziehen sich aus“.
Ich liebe Bücher, die eine Geschichte weiterspinnen und am Ende war ich sehr enttäuscht, dass es offenbar noch keinen 4.ten Teil davon gibt – Suchtfaktor garantiert und ich hoffe, es GEHT irgendwann doch noch weiter.
Wer also mal eben locker flockig ein bisschen Lesen und dabei Spass haben möchte – für das leichte Genre, ist DAS einer meiner Tips!!

 

Lesen 15. August 2010

Filed under: Hey there,love it,Schallalalala — palmenstrand @ 4:21 pm
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Anfangs ging es garnicht. Keine 5 Zeilen und schon hat sich mir der ganze Kopf gedreht, ich musste die Augen schliessen – mein Hirn wie eine volle U – Bahn in die trotzdem immer nochmal jemand reinmöchte, obwohl es eigentlich garnicht geht. „!!!!!!!!!!!No more information please!!!!!!!!!!!!“

Das ist beängstigend, frustrierend vor allem, weil ich sonst immer, ständig und andauernd die Nase in irgendeinem Buch habe. Meistens lese ich sogar 2 oder 3 Bücher gleichzeitig – an verschiedenen Stationen – es gibt ein Bettbuch, ein Autobuch und ein Klobuch 🙂
Ich kanns garnicht erklären, aber nicht mehr Lesen zu können war ganz besonders schlimm, erschien mir als die Lebensqualität ganz besonders beschneidendes Defizit und so habe ich mir, nachdem die schlimmste Zeit vorüber war, systematisch jeden Tag in den vergangenen 6 Wochen ein Buch zur Hand genommen – anfangs Trivialliteratur, Liebesromane ohne Sinn und Zweck, einfach nur, um meine Augen, mein Hirn da durch zu zwingen – um mir selbst zu beweisen, dass ich das noch kann, dass ich wieder zurück in die Normalität finden kann.

Mittlerweile lese ich ein ganzes Buch am Tag, noch immer nicht super anspruchsvolle Literatur, aber schöne Schmöker und jedes Mal, wenn ich wieder ein Buch zur Seite lege, ist das wie ein Triumph, ein kleiner Sieg, ein Schritt in die richtige Richtung und eine grosse Freude.

Büchertips gefällig?