Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Im Märzen… 29. Februar 2012

Filed under: Hey there — palmenstrand @ 9:11 pm
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… ich freue mich da ja seit Weihnachten drauf;          wenn bei mir ab 06.Januar as soon as the Weihnachtsbaum flies on the Terrasse, die ersten Tulpen den Frühling im Haus verkünden, freue ich mich auf den Frühling.

Palmenstrands Liegestuhl steht und gemeinsam durften wir die erste Sonnensession erleben.

Die ersten Schneeglöckchen strecken schon jetzt ihre Köpfchen raus, die lassen mein Herzchen hüpfen und spätestens wenn die Krokusse auftauchen, stehen bei uns Tag und Nacht alle Türen auf und ich hole die FlipFlops aus dem Keller.

Gleichzeitig fürchte ich mich seit dem vergangenen Jahr vor dem ersten März – denn ab da sind es nur noch etwas mehr als 2 Wochen bis zum Todestag meines geliebten Papas – so viele Erinnerungen kommen hoch, an die vergangenen 2 Jahre ohne ihn, an meinen letzten Besuch, an die Dinge, die mir so an ihm fehlen, noch immer gibt es Momente, in denen mir Schmerz und Trauer  regelrecht die Luft zum Atmen nehmen.Ausnahmezustand. Paradox, denn das gerade jetzt.

Es ist Frühling, das Leben beginnt. Trotz allem.

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Letzte Ruhe – Horrorbeerdigung 25. November 2010

Filed under: Autsch!! — palmenstrand @ 11:12 am
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Seit der Beerdigung meines Vaters war dies die erste, auf die ich gegangen bin. Unsere Nachbarin ist heute morgen beigesetzt worden und ich habe mir vorsorglich ein Beruhigungsmittel mitgenommen, um im Zweifel, falls alles über mir zusammenbricht, gewappnet zu sein.

Ich hätte mir das sparen können. Etwas derartig unemotionales, unergreifendes habe ich noch nie erlebt.

Die Aussegnung fand im Freien statt, die günstigste Version einer Beerdigung, ohne Schnickschnack, Blumen, Kerzen etc. – gottlob hat es nicht geregnet – der Pater hat sich auf die bei einer solchen Veranstaltung üblichen Floskeln und Gebete beschränkt, ausser dem Geburtsdatum wurden keinerlei persönliche Informationen genannt, es gab keine Musik, kein einziges liebevolles Wort. Und das Schlimmste:

Es waren ausser mir noch genau 8 Leute da, davon 4 aus der Familie ansonsten Nachbarn.

Vom Beginn der „Zeremonie“ bis ich wieder nach Hause gefahren bin, hat es genau 25 Minuten gedauert – und ich bin erst nach Hause gefahren, als der Sarg zur Erde gelassen wurde und alle Anwesenden persönlich Abschied genommen hatten.

Es ist mir noch nie passiert, dass ich nicht von der Beerdigung, von der Trauer, dem Verlust etc. ergriffen war, sondern von den Begleitumständen, der Kälte und Lieblosigkeit mit der das Ganze durchgenudelt wurde. Es war furchtbar, das miterleben zu müssen.

Ein Mensch lebt 75 Jahre lang im Rahmen einer Gemeinschaft, zieht zwei Kinder groß, hat einen Enkel, Nachbarn, Freunde, Bekannte – sollte man meinen – und das ist es dann, was übrig bleibt?

Es tut mir leid, für diese Frau, deren Kinder nichts anderes im Kopf haben, als sich gegenseitig um das Erbe zu bekriegen und gleichzeitig hoffe ich von ganzem Herzen, dass wenn ich einmal gehe, mehr Menschen da sind.

Dass mein Leben Spuren in den Leben von anderen hinterlassen hat, dass ich Menschen froh gemacht habe, dass ich ihnen etwas gegeben habe.

Ist es selbstsüchtig, dass ich mir wünschte, bei meiner Beerdigung würden die Menschen weinen und traurig sein und sich gleichzeitig freuen, mich gekannt zu haben?!

Ich bin wirklich zutiefst erschüttert!

 

Song of the day 29. Oktober 2010

Filed under: Song of the day — palmenstrand @ 8:49 am
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Heute seit Ewigkeiten mal wieder gehört….Tee und Plätzchen her, ein Kamin wäre jetzt schön…

 

ach Scheisse, hoffentlich ist das Jahr bald vorbei und ein besseres kommt nach.

 

 

 

 

Demenz ist ein Arschloch!! 3. März 2010

Filed under: Oups! — palmenstrand @ 6:08 pm
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Vor nicht allzu langer Zeit habe ich bei ihr eine ähnliche Aussage gelesen und seither hat mich dieser Satz nicht mehr losgelassen.
Vielleicht insbesondere, als ich zu diesem Zeitpunkt ein sehr spirituelles Buch gelesen habe, in dem thematisiert wurde, dass es für eine mögliche Heilung unbedingt hilfreich ist, wenn man den (in diesem Fall) Krebs eben nicht als Arschloch sieht.
Dass es sinnvoll ist, ihn nicht als Fremdkörper und Feind zu betrachten, sondern ihn im Gegenteil in Gedanken an die Hand zu nehmen, mit ihm zu sprechen und ihm zuzulächeln, um ihn zu verstehen und ihn in der Folge dadurch nicht länger als Feind zu haben.
Das schien mir so einleuchtend und auf jede andere Krankheit anwendbar zu sein.
Heute ist mir klar geworden, dass der Gedanke zwar nachvollziehbar ist, die Umsetzung aber an der Realität scheitert…

Wie soll man Demenz an die Hand nehmen, wenn der Betreffende schliesslich garnicht weiss, dass sie da ist.

Ist es überhaupt leistbar, dem von der Krankheit betroffenen Menschen, der Demenz und all ihren hässlichen Begleitumständen allein und gänzlich unprofessionell zu begegnen, ohne daran zu zerbrechen?
Es geht ja auch nicht nur darum, Schimpftiraden auszuhalten, Schläge abzufangen und die Hygiene in einem Rahmen zu halten, der für den Kranken und sein Umfeld erträglich sind – eine RundumdieUhrbetreuung muss gewährleistet sein, nächtliches Tiefschlafen unmöglich, wenn die kranke Person das Schlafen der Anderen als Einladung zur Flucht versteht.
Kann man es schaffen, dem stetig voranschreitenden Verfall mit Ruhe zu begegnen, wenn man nie Zeit hat, sich mit der eigenen Wut, Trauer und Verzweiflung über die Ungerechtigkeiten, die das Leben mitunter bereit hält, auseinander zu setzen? Wie soll man die Schuldgefühle ausser Kraft setzen, die sich täglich, stündlich, sekündlich immer häufiger und immer wilder einstellen, weil die Liebe schwindet und dem Drang Platz macht, sich so weit es nur geht zu entfernen?

Demenz ist ein Arschloch – weil sie nicht nur den befällt, der ihr zum Opfer wird – weil sie sich ausbreitet, Ausweglosigkeit und Gewissensbisse säht, weil sie einen hoffen lässt, es möge schnell vorbeigehen – und auch da: wie soll man es für den Rest seines Lebens mit seinem Gewissen vereinbaren, dass man beginnt, einem Menschen den Tod zu wünschen, der einem selbst das Leben geschenkt hat!