Palmenstrand's Blog

so fern und doch so nah

Letzte Ruhe – Horrorbeerdigung 25. November 2010

Filed under: Autsch!! — palmenstrand @ 11:12 am
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Seit der Beerdigung meines Vaters war dies die erste, auf die ich gegangen bin. Unsere Nachbarin ist heute morgen beigesetzt worden und ich habe mir vorsorglich ein Beruhigungsmittel mitgenommen, um im Zweifel, falls alles über mir zusammenbricht, gewappnet zu sein.

Ich hätte mir das sparen können. Etwas derartig unemotionales, unergreifendes habe ich noch nie erlebt.

Die Aussegnung fand im Freien statt, die günstigste Version einer Beerdigung, ohne Schnickschnack, Blumen, Kerzen etc. – gottlob hat es nicht geregnet – der Pater hat sich auf die bei einer solchen Veranstaltung üblichen Floskeln und Gebete beschränkt, ausser dem Geburtsdatum wurden keinerlei persönliche Informationen genannt, es gab keine Musik, kein einziges liebevolles Wort. Und das Schlimmste:

Es waren ausser mir noch genau 8 Leute da, davon 4 aus der Familie ansonsten Nachbarn.

Vom Beginn der „Zeremonie“ bis ich wieder nach Hause gefahren bin, hat es genau 25 Minuten gedauert – und ich bin erst nach Hause gefahren, als der Sarg zur Erde gelassen wurde und alle Anwesenden persönlich Abschied genommen hatten.

Es ist mir noch nie passiert, dass ich nicht von der Beerdigung, von der Trauer, dem Verlust etc. ergriffen war, sondern von den Begleitumständen, der Kälte und Lieblosigkeit mit der das Ganze durchgenudelt wurde. Es war furchtbar, das miterleben zu müssen.

Ein Mensch lebt 75 Jahre lang im Rahmen einer Gemeinschaft, zieht zwei Kinder groß, hat einen Enkel, Nachbarn, Freunde, Bekannte – sollte man meinen – und das ist es dann, was übrig bleibt?

Es tut mir leid, für diese Frau, deren Kinder nichts anderes im Kopf haben, als sich gegenseitig um das Erbe zu bekriegen und gleichzeitig hoffe ich von ganzem Herzen, dass wenn ich einmal gehe, mehr Menschen da sind.

Dass mein Leben Spuren in den Leben von anderen hinterlassen hat, dass ich Menschen froh gemacht habe, dass ich ihnen etwas gegeben habe.

Ist es selbstsüchtig, dass ich mir wünschte, bei meiner Beerdigung würden die Menschen weinen und traurig sein und sich gleichzeitig freuen, mich gekannt zu haben?!

Ich bin wirklich zutiefst erschüttert!

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Song of the day 29. Oktober 2010

Filed under: Song of the day — palmenstrand @ 8:49 am
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Heute seit Ewigkeiten mal wieder gehört….Tee und Plätzchen her, ein Kamin wäre jetzt schön…

 

ach Scheisse, hoffentlich ist das Jahr bald vorbei und ein besseres kommt nach.

 

 

 

 

Ich falle 15. Juli 2010

Filed under: Autsch!! — palmenstrand @ 7:06 am
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Während sich bleierne Schwere über meine Glieder legt, sie durchdringt, mich lähmt und es mir unmöglich macht, mich zu bewegen, steigt in mir die Unruhe, es kocht, es schäumt – über – und findet doch keinen Raum, zu entweichen.
Ich schreie und kann doch nicht laut genug, stark genug, wild genug um dem Dampf, der Verzweiflung, der Wut, der Trauer, der Angst, dem Wahnsinn Ablass zu gewähren.
Meine Beine zittern, als ob sie nicht mehr tragen könnten und nur mit letztem Willen, letzter Kraft dazu gezwungen werden, weil sie müssen ja, ich muss ja.

 

Freundschaft – oder – auch da kenne ich nun meinen Platz 4. Juni 2010

Filed under: Autsch!! — palmenstrand @ 7:18 am
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Gerade eben habe ich in einem Nebensatz von einer meiner besten Freundinnen, noch aus Kindertagen, erfahren, dass eine andere Freundin, die wegen ihrer überstandenen Krebserkrankung lange dachte, sie könne keine Kinder bekommen, mittlerweile im 6.Monat schwanger ist. Der Freundin wurde es persönlich gesagt. Offiziell mitgeteilt, voller Freude, nachdem die ersten 3 Monate abgewartet wurden. Wir waren eng befreundet, Trauzeuginnen, Taufpatinnen – in anderen Städten lebend, aber immer im Herzen beieinander (dachte ich).

So sehr ich mich freue, so glücklich ich bin, dass dieses Kind zu ihr wollte und sie nach allem durch das sie durch musste nun doch erleben darf, was es heisst, Mama zu sein – die Enttäuschung über die Verletzung, dass sie es mir nicht gesagt hat, überwiegt.

Ich bin gerade traurig, so traurig.

Vielleicht ist es egoistisch, dass diese Traurigkeit und Verletztheit in einem Moment der Freude überwiegt, aber ich kann nicht anders.

 

Song of the day 16. Mai 2010

Filed under: love it,Song of the day — palmenstrand @ 7:29 am
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In aller Herrgottsfrühe habe ich heute schon Zimtschnecken gebacken, eine grosse Kanne Kräutertee aus dem eigenen Garten angesetzt, die Fliessdecken für die Couchlandschaft wieder rausgekramt, frische Teelichter in die dafür vorgesehenen Vorichtungen gesetzt und dazu werde ich heute den ganzen Tag lang dieses Lied hören:

 

Nicht mein Tag 15. April 2010

Filed under: Autsch!! — palmenstrand @ 1:40 pm
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heute.
Tiefes Loch, schwerer Hintern, müde Augen, Mundwinkel unten festgetackert,
Panzer um Schädel gespannt, totale Erschöpfung und Bad im Selbstmitleid.
Nichts desto Trotz wünsche ich Euch eine schöne Restwoche,…

 

Manchmal wünschte ich… 11. April 2010

Filed under: Hey there — palmenstrand @ 12:56 pm
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… ich könnte jemand anders sein, anders leben, offen anders denken, wissen wer ich bin.

Manchmal würde ich gerne auf und davon, die Verantwortung abschütteln, mein weniges Geld und wichtigstes Hab und Gut nehmen, gerade so, dass es in einen Rucksack passt, und auf und davon gehen. Die Welt anschauen, oder einfach nur so lange an meinem liebsten Strand sitzen und die Burg anschauen, bis das Meer mir die Kraft zurück gegeben hat, die mir in den letzten, wer weiss wievielen Jahren, abhanden gekommen ist.

Ich wünschte ich könnte unabhängig sein, in Gedanken und Tun, könnte klar Stellung beziehen, angstfrei sein. Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn ich nicht Ehefrau und Mutter wäre. Allein in einer Altbauwohnung mitten in der grossen schönen oder irgendeiner anderen Stadt – vielleicht am Mittelmeer in einem kleinen Loft über dem Marktplatz. Die Treppen runterlaufen, die Türe aufstossen und mitten im Leben sein.

Die Sehnsucht in mir zu fliehen, die Wut darüber, dass meine Wünsche, Träume, Hoffnungen der Pflicht, meiner Verantwortung und Funktion untergeordnet sind, weil kaum einer meiner Gedanken zu Ende gedacht werden darf, ständigen Fragen und der Bitte, nein, der Forderung nach Antworten zum Opfer fällt, die mit mir so garnichts zu tun haben scheinen – und dann wieder die Angst, derlei Gefühle überhaupt zu haben, denn wenn sie jemand, eine höhere Macht hört, dann werde ich vielleicht gestraft, wird mir alles genommen, was ich liebe. Und natürlich liebe ich sie alle,so sehr ein Mensch nur lieben kann, würde sie, sofern es in meiner Macht steht, niemals niemals gegen etwas anderes eintauschen – ich wünschte nur, ich dürfte ein wenig mehr ich selbst dabei sein.

Wer bin ich denn eigentlich? Bin ich die Ehefrau, die ihren Mann nach Geld fragt, wenn sie welches haben möchte und sich dann schlecht fühlt, weil sie sich eine Kleinigkeit nur für sich geleistet hat. Bin ich die Mutter, die sich nach Kräften bemüht, ihren Kindern all das zukommen zu lassen, was sie selbst als Kind vermisst hat? Bin ich die verruchte Geliebte, die sich vor scheinbar unendlich lang vergangener Zeit unter bewundernden, verschlingenden Blicken aus warmen Laken gerollt hat und nach einer letzten Zigarette das Schlachtfeld verlassen (und oft nie wieder betreten) hat? Bin ich der Barkeeper, der in euphorisierenden Nächten Cocktails ausgeschenkt hat und sich dann und wann zu einem Lied auf die Tanzfläche gestohlen hat, um die Lebensfreude der anderen mit der eigenen im Takt der Musik zu vereinen? Bin ich nicht auch das lebensfrohe, unbekümmerte Kind, selbst wenn ich voller Selbstmitleid in der Ecke meiner Couch sitze und darauf warte, dass sich nicht mehr nur meine Gedanken, sondern auch das dazu gehörige Fleisch bewegen wird?

Aber kaum sind diese Gedankenblitze kurz aufgetaucht, sind sie schon wieder weg und ich backe weiter den Sonntagskuchen, den wir nachher vom Sonnenschein ummantelt in froher Runde zu uns nehmen werden.